Staatsanzeiger Award

Amtfluencerin plädiert für mutigere Behörden

Stefanie Nimmerfall, „Amtfluencerin“ aus München, wirbt beim Staatsanzeiger Award für mehr Sichtbarkeit der Ämter.
Drei Personen in Businesskleidung auf einer Bühne mit Podium und Bildschirm.

Stefanie Nimmerfall (Mitte) hielt beim Staatsanzeiger Award die Keynote.

Staatsanzeiger)

Stuttgart. Der Wunsch nach Sicherheit, die Pflicht politisch neutral zu sein, alles muss strengsten Kriterien der Sachlichkeit entsprechen – wenn es um die Kommunikation geht, stehen sich Kommunen manchmal selbst im Weg. Ein Gegenmodell vertritt Stefanie Nimmerfall. Die Mitarbeiterin der Münchner Stadtverwaltung ist Influencerin und postet auf LinkedIn zu Themen der Stadtverwaltung, insbesondere zu Fragen der Mitarbeiterrekrutierung.

Kommunen agieren oft unter dem öffentlichen Radar

Mehr Mut der öffentlichen Hand forderte die „Amtfluencerin“ in ihrer Ansprache beim Staatsanzeiger Award . Oftmals leiden Kommunen darunter, dass ihre Leistungen gar nicht gesehen werden. Beim Besuch einer Schulklasse staunte die Runde, dass man im Rathaus tatsächlich seinen Lebensunterhalt verdienen kann – für Nimmerfall ein Schlüsselmoment. Angesichts dieser Unkenntnis brauche es eine andere Ansprache. Seither entwickelt sie in München das Konzept der Corporate Influencer, bei dem Mitarbeitende auf einer Karriereplattform über ihre Arbeit berichten, die Sorge abwerfen, dass die Tätigkeit für andere uninteressant sein könne und das alles auch noch ohne Rückkopplung mit dem Amt tun.

Ämter büßen an Kontrolle über die Außenwirkung ein

Für Unternehmen ist das ein mutiger Schritt, für Behörden allerdings umso mehr, immerhin verliere das Amt so einen Teil der Kontrolle über seine Außenwirkung. Allerdings gewinnt es auch an Glaubwürdigkeit, Nachvollziehbarkeit und Nahbarkeit, alles Begriffe, die mit dem öffentlichen Dienst zu wenig in Verbindung gebracht werden. Seit drei Jahren treibt sie mit Kollegen das Projekt neben der beruflichen Tätigkeit voran. Angesichts der Projekte beim Staatsanzeiger Award ist für Nimmerfall klar, dass sich der Weg lohnt. Sie plädiert für mehr Mut zur Sichtbarkeit der Verwaltung.

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