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Theater am Ort der NS-Ermittlungen

Die Zentrale Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg wird zum Schauplatz des Stationentheaters „Das ist kein Rückblick“. Das Publikum bewegt sich dabei durch den historischen Ort und setzt sich mit Verantwortung, Schweigen und Mitschuld auseinander.
PETER POESCHL)Ludwigsburg. Die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg wird im Herbst zur Bühne eines ungewöhnlichen Theaterprojekts. Das Stadt:Ensemble Ludwigsburg bringt mit „Das ist kein Rückblick“ ein „Stationentheater über Täter:innen, Opfer & Zuschauende“ an den historischen Ort, an dem seit 1958 NS-Verbrechen juristisch aufgearbeitet werden.
Publikum wird Teil der Inszenierung
Geplant ist, dass die Zuschauer sich in kleinen Gruppen auf einen geführten Rundgang über das Gelände und durch Teile des Gebäudes begeben. Szenische Interventionen, Monologe, Chorpassagen und Bewegung sollen historische Recherche mit künstlerischen Mitteln verweben. Dabei geht es weniger um die Rekonstruktion vergangener Ereignisse als um Fragen, die bis in die Gegenwart reichen: Was bedeutet Verantwortung in einer demokratischen Gesellschaft? Wann wird Schweigen zur Mitschuld? Das Publikum wird dabei selbst zum Teil der Aufführung und ist aufgefordert, Stellung zu beziehen.
Premiere im Oktober mit begrenzter Platzzahl
Das Stadt:Ensemble besteht aus Bürgerinnen und Bürgern sowie professionellen Künstlerinnen und Künstlern und entwickelt seit mehreren Jahren ortsspezifische Theaterprojekte. An dem aktuellen Stück wirken Menschen zwischen 24 und 76 Jahren mit unter Leitung von Axel Brauch, Bettina Gonsiorek und Gesine Mahr, produziert von der Tanz- und Theaterwerkstatt in Kooperation mit dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Premiere ist am 3. Oktober. Weitere Aufführungen folgen, darunter auch Schulvorstellungen. Die Platzzahl ist begrenzt. Karten sind bereits im Vorverkauf erhältlich.