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Hörstück

Zwischen Sicherheit und Öffentlichkeit: Stammheim wird zum Hörstück

Das Hörstück „Struktur Stammheim“ beschäftigt sich mit den räumlichen Bedingungen von Gerichtsverfahren und den Folgen der Sicherheitsanforderungen. Regisseur und Autor Tobias Dusche stellt dabei die Frage, wie sich Öffentlichkeit und räumliche Trennung vereinbaren lassen.
Menschen auf einem Platz, gelbes Fahrzeug, Gebäude im Hintergrund, Schild "Pariser Platz".

Mitten im Stadtgeschehen: im Hörkiosk auf dem Pariser Platz.

Peter Weigand/umschichten)

Stuttgart. In Stammheim steht seit 2019 das neue Prozessgebäude des Oberlandesgerichts Stuttgart . Es dient wie zuvor der alte Gerichtsbau der Verhandlung von Staatsschutzverfahren. Dort fand ab 1975 der Prozess gegen die führenden Mitglieder der RAF statt. Die Erfahrungen aus diesem Verfahren und die daraus resultierenden Sicherheitsanforderungen wirken bis heute in der Gestaltung der Prozessgebäude nach. Mit diesen räumlichen Bedingungen beschäftigt sich das Hörstück „Struktur Stammheim“ des Stuttgarter Regisseurs und Autors Tobias Dusche.

Vom 15. Oktober bis 15. November ist das Stück im sogenannten Hörkiosk auf dem Pariser Platz zu hören. Dusche interessiert dabei weniger die historische Rekonstruktion der Stammheimer Prozesse als die Frage, was von den damaligen Erfahrungen bis heute nachwirkt: Wie verändert sich ein Gerichtsverfahren, wenn Sicherheit zum bestimmenden Faktor der Architektur wird? Und wie lässt sich die Öffentlichkeit eines Strafprozesses mit räumlicher Trennung vereinbaren? Aus diesen Fragen ist das rund einstündige Hörstück aus Sprache, Musik, Geräusch und Gesang entstanden. Nur was ausgesprochen wird, hat vor Gericht Bedeutung“, sagt dazu Dusche.

Mitgewirkt haben unter anderem Matthias Klink von der Staatsoper Stuttgart, der Pianist Frank Eberle, die Schauspieler Celina Rongen, die Performerin Claudia Splitt und der Perkussionist Daniel Kartmann. „Das eherne Prinzip jedes Strafverfahrens ist die Mündlichkeit. Auch der Hörkiosk selbst greift die Situation eines Gerichtssaals auf.

Der von Peter Weigand entworfene und umgebaute Container bietet Platz für bis zu zwölf Zuhörer. Durch seine Plexiglasfront können sie das Geschehen auf dem Pariser Platz beobachten und bleiben selbst sichtbar.

Eine Preview mit Live-Elementen gibt es am 9. Oktober in der Akademie für gesprochenes Wort.

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