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Ausstellungen

Museum zeigt Foto-Fakes und ihre Geschichte

Mal wurden Schmutzflecken auf einer Straße retuschiert, mal die Ansicht der Stadt Stuttgart in ein Werbebild des Hotels Wielandshöhe einmontiert. Originalbilder wurden auf Ansichtskarten schon seit langer Zeit verändert, koloriert oder manipuliert, dies dokumentiert eine neue Ausstellung unter dem Titel „Echt jetzt?! Fotografien. Retusche. Deepfakes.“ im Stuttgarter Haus der Geschichte.
Zwei nebeneinander projizierte Bilder einer Kirche mit umliegenden Häusern.

Eine Ausstellung im Haus der Geschichte in Stuttgart zeigt, wie schon vor mehr als 100 Jahren Stadtbilder auf Ansichtskarten verschönert und damit manipuliert wurden. Foto: Ralf Schick

Ralf Schick)

Stuttgart. Der Fall der Schauspielerin und Ex-Moderatorin Collien Fernandes zählt zu den aktuellsten und übelsten überhaupt, weil von ihr Deepfake-Pornos im Netz erstellt wurden. Die Bilder die Donald Trump in die Welt von sich schickt, etwa als Papst oder mit Königskrone, zählen eher zu den ulkigsten. Doch beide sind generativ angewandte Künstliche Intelligenz, eine Technik, die heute in vielen Bereichen existiert. 

„Wir wollen zeigen, was KI kann, aber auch, welche Fehler sie hat und dass es KI schon früher in Form von Retuschen gegeben hat“, sagt die Kuratorin Luisa Kreiling. Deshalb sind Foto-Fakes auch keine Neuerung des digitalen Zeitalters, denn seit der Erfindung der Fotografie können Aufnahmen nachträglich bearbeitet werden. Das dokumentieren viele und teils bis zu 120 Jahre alte Retuschen von Bildern und Ansichtskarten, darunter gefakte Stadtansichten in Pforzheim, Stuttgart, Karlsruhe oder Heilbronn. Oder Ulm, wo im Jahr 1910 auf einer Ansichtskarte die Alpen ganz nah hinterm Münster zu sehen sind. Alle stammen ursprünglich vom Tübinger Verlag Gebrüder Metz. Dieser hatte vor 120 Jahren Fotografien so verändert, dass idealisierte Ansichtskarten von Städten entstanden sind.

„Die neue Ausstellung zeigt, dass wir bei allem sehr genau hinschauen müssen“, sagt der Ausstellungsleiter Rainer Schimpf. Kuratorin Kreiling betont, dass die Ausstellung einen kritischen Blick fordere. Denn die Schau möchte mit den historischen Beispielen „den Blick auf aktuelle Deepfakes schärfen und deren Gefahren aufzeigen.“

Doch die Schau in der BW-Lounge, die dritte inzwischen, soll nicht negativ enden. Denn es kommen auch Spaß und aktuelle Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) nicht zu kurz: Wer möchte, kann sich nämlich von einem Computer live etwa in Albert Einstein verwandeln lassen und dabei erleben, was mit Deepfakes heute möglich ist.  Der Eintritt in die Baden-Württemberg-Lounge des Hauses der Geschichte ist frei. (rik)

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