Themen des Artikels

Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen

Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit geht im Oktober saisonbedingt leicht zurück

299.6600 Menschen waren in Baden-Württemberg im Oktober arbeitslos. Damit liegt die Arbeitslosenquote bei 4,6 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit ging auf 4,1 Prozent zurück. 

Die Agentur für Arbeit fördert in diesem Jahr die berufliche Qualifizierung mit rund 480 Millionen Euro.

IMAGO/Revierfoto)

Stuttgart. Im Oktober ist die Zahl arbeitsloser Menschen erstmals seit Juni wieder unter 300 000 gesunken. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit geht allerdings nach Angaben der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit ausschließlich auf saisonale Effekte zurück. Ohne diese ist die Arbeitslosigkeit sogar leicht gestiegen. „Die schwache Herbstbelebung zeigt, dass die Impulse aus der Wirtschaft den Arbeitsmarkt noch nicht erreichen. Die neu gemeldeten Stellen von Unternehmen liegen auf einem langjährigen Tiefstand und haben sich bisher nur wenig erholt“, sagt Martina Musati, die Chefin der Regionaldirektion.

Die Jugendarbeitslosigkeit sinkt mit minus 7,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat überdurchschnittlich. Der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit im Oktober 2026 ist allerdings der schwächste der letzten fünf Jahre. Normalerweise müsste die Jugendarbeitslosigkeit in einem Oktober um rund 12 bis 15 Prozent zurückgehen. Hinzu kommt, dass das Niveau der Jugendarbeitslosigkeit immer noch um 5,9 Prozent über dem Vorjahr liegt – die Jugendarbeitslosigkeit somit seit vier Jahren steigt.

Arbeitsminister: Verfestigung der Jugendarbeitslosigkeit unbedingt vermeiden

Arbeitsminister Oliver Hildenbrand (Grüne) will die Situation junger Menschen im Blick behalten. Dass die Jugendarbeitslosigkeit immer noch über dem Vorjahresniveau liegt, ist für ihn ein „Warnsignal“. Es gelte, jungen Menschen berufliche Perspektiven zu eröffnen und ihnen den Einstieg ins Arbeitsleben zu erleichtern. „Eine Verfestigung der Jugendarbeitslosigkeit muss vermieden werden“, sagt Hildenbrand.

Auch die Nachfrage nach Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt bleibt weiterhin schwach. „Eine bloße konjunkturelle Stabilisierung wird nicht genügen, um den Arbeitsmarkt in der Industrie wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu bringen. Nur wenn unser Standort international wettbewerbsfähig ist, werden Entscheidungen für Investitionen und Arbeitsplätze wieder zugunsten Deutschlands und Baden-Württembergs ausfallen“, kommentiert  Stefan Küpper, Geschäftsführer für Bildung, Arbeitsmarkt und Landespolitik bei den Unternehmern Baden-Württemberg die aktuellen Arbeitsmarktzahlen.

Langzeitarbeitslosigkeit: Anstieg erstmals gestoppt

Der Anstieg der Zahl der Langzeitarbeitslosen konnte in diesem Jahr erstmals gestoppt werden. Mit 91 000 im Oktober lag er knapp über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen war zwischen 2022 und 2025 von 68 000 Menschen auf rund 90 000 gestiegen. Etwa jeder dritte arbeitslose Mensch ist langzeitarbeitslos – dieses Verhältnis hat sich im langjährigen Vergleich nicht verändert, so die Regionaldirektion. Besonders von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind Ältere und Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

„Die Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit ist eine Folge der seit Jahren anhaltenden wirtschaftlichen Schwächephase. Wenn Unternehmen kaum einstellen, konkurrieren viele Bewerberinnen und Bewerber um wenige offene Stellen. Ältere und Geringqualifizierte haben dann das Nachsehen. Langzeitarbeitslosigkeit ist deshalb kein Zeichen fehlender Motivation. Die Bereitschaft zu arbeiten ist hoch“, sagt Musati. In diesem Jahr fördert die Regionaldirektion die berufliche Qualifizierung mit rund 480 Millionen Euro. „Berufliche Weiterbildung verbessert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt wesentlich“, so Musati.

Grafik: Rieke Stapelfeldt)

Nutzen Sie die Vorteile unseres

Premium-Abos. Lesen Sie alle Artikel aus Print und Online für

0 € 4 Wochen / danach 219 € jährlich Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Baden-Württemberg Jetzt abonnieren

Lesen Sie auch