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Wahl des Ministerpräsidenten 

Cem Özdemir im ersten Wahlgang zum neuen Ministerpräsidenten gewählt

Historischer Machtwechsel in Baden-Württemberg: Der Landtag hat Cem Özdemir im ersten Wahlgang mit zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Der Grünen-Politiker ist der erste Regierungschef mit türkischen Wurzeln in Deutschland.
Zwei Männer halten ein Trikot mit "Baden-Württemberg liebe", Wappen im Hintergrund.

Thomas Strobl (CDU,l), Landtagspräsident von Baden-Württemberg, und Cem Özdemir (Grüne), neu gewählter Ministerpräsident von Baden-Württemberg, halten ein Trikot nach der Wahl. Cem Özdemir wird im Landtag zum neuen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt.

dpa/Marijan Murat)

Stuttgart. Der Grünen-Politiker Cem Özdemir ist neuer Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Die Abgeordneten des Landtags wählten ihn in Stuttgart zum Regierungschef. 93 Parlamentarier stimmen mit Ja, 26 mit Nein, es gab 4 Enthaltungen. Die grün-schwarze Koalition hat eine Mehrheit von 112 Stimmen im Parlament. Özdemir ist damit der erste Regierungschef mit türkischen Wurzeln in der Geschichte der Bundesrepublik. Er folgt auf Langzeit-Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der nach 15 Jahren aus dem Amt scheidet, und ist nach ihm der zweite grüne Ministerpräsident Deutschlands. Auf Manuel Hagel entfielen 34 Stimmen.

Zuvor hatte die AfD-Fraktion den CDU-Chef Manuel Hagel, der Vizeregierungschef der neuen Regierung werden soll, als Gegenkandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Hagel kam auf 34 Stimmen. In der AfD-Fraktion sitzen 35 Abgeordnete. Die Wahl erfolgte geheim.

Keine stärkste Fraktion im neuen Landtag

Özdemir führt im Südwesten eine Neuauflage der grün-schwarzen Koalition an. Grüne und CDU regieren in Baden-Württemberg bereits seit zehn Jahren miteinander. Die Grünen waren bei der Landtagswahl am 8. März mit 30,2 Prozent knapp stärkste Kraft geworden, dicht gefolgt von der CDU mit 29,7 Prozent. Im neuen Landtag verfügen beide Parteien über jeweils 56 Mandate.

Grüne und CDU hatten sich in wochenlangen und teils zähen Verhandlungen auf ein gemeinsames Regierungsprogramm für die kommenden fünf Jahre geeinigt. Am Montag erst hatten Özdemir und CDU-Landeschef Manuel Hagel den Koalitionsvertrag unterzeichnet. Geplant sind unter anderem ein kostenloses und verpflichtendes letztes Kindergartenjahr sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung. Am Dienstag trat der baden-württembergische Landtag in seiner neuen Zusammensetzung erstmals zusammen.

Warum Özdemir zum Einstand ein Lauftrikot geschenkt bekam

Schon vor der Wahlannahme hat der frisch gekürte baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir sein erstes Geschenk erhalten. Landtagspräsident Thomas Strobl (CDU), ebenfalls neu im Amt, reichte dem Grünen-Politiker ein Lauftrikot in den Landesfarben schwarz-gelb mit der Aufschrift „Baden-Württembergliebe“.

Es sei ein Geschenk, das einen Blumenstrauß überdauere, sagte Strobl zum passionierten Jogger Özdemir und ergänzte: „Ich weiß, dass man ähnlich wie in der Politik Ausdauer beim Laufen braucht.“ Zudem sei Özdemir nun der Kapitän „des stärksten und schönsten Landes, das es in Deutschland gibt“. Mit seinem Präsent war Strobl allerdings überpünktlich. Erst nach der Übergabe fragte er den neuen Regierungschef, ob er die Wahl auch annimmt. (dpa)

Cem Özdemir (Grüne,r) wird im Landtag zum neuen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt. Winfried Kretschmann (Grüne,l), scheidender Ministerpräsident von Baden-Württemberg, gratuliert Cem Özdemir.
dpa/Bernd Weißbrod)
Manuel Hagel (CDU, 2.v.r-l), designierter stellvertretender Ministerpräsident von Baden-Württemberg, gatuliert Cem Özdemir (Grüne), zur Wahl als Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
dpa/Bernd Weißbrod)

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