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Landtagswahlkampf 2026

Der Linkshänder, der für die Rechten Kaffee kocht

Der AfD-Wahlkampfauftakt der speziellen Art: Markus Frohnmaier und Ulrich Siegmund laufen zu früher Stunde zu Hochform auf.
Zwei lächelnde Männer in Jacken bei Nacht.

Die AfD-Spitzenkandidaten aus Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg, Ulrich Siegmund (links) und Markus Frohnmaier, vor dem Daimler-Tor in Sindelfingen.

Michael Schwarz)

Sindelfingen. Die AfD ist die Partei der Frühaufsteher, wenn man diesen Donnerstagmorgen zum Maßstab nimmt. Und ihr Spitzenkandidat Markus Frohnmaier hat sich etwas Besonderes ausgedacht. Man trifft sich beim Daimler in Sindelfingen vor Tor 1 um Viertel nach fünf. Frohnmaiers Gegenstück aus Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, ist pünktlich und hellwach. Er werde aus seinem „Land der Frühaufsteher“ das „Land der Frühabschieber“ machen, sagt derjenige, der am 6. September der erste AfD-Ministerpräsident werden könnte.

„Wir mussten noch Becher holen“

Nun wäre es aber doch schön, wenn endlich der Kaffee käme, denn die Nacht war nicht lang. Doch weder Frohnmaiers nagelneues Wohnmobil mit seinem dreifachen Konterfei noch der Kandidat selbst ist zu sehen. Das ändert sich um 5.36 Uhr. Da eilt der 34-Jährige aus Weil der Stadt seinen Fans entgegen und entschuldigt sich: „Wir mussten noch Becher holen.“

Nun aber los. Doch da ist noch ein Problem. Tor 1 befindet sich auf der anderen Seite einer riesigen Kreuzung. Irgendjemand müsste den Kaffee dorthin bringen. Und allzu schnell arbeitet Frohnmaiers Kaffeemaschine auch nicht.

Letztlich schafft es nur eine Handvoll Becher dorthin, wo die Frühschicht ins Werk strömt, während die Kollegen aus der Nachtschicht die entgegengesetzte Richtung einschlagen. Ihr Kaffeedurst könnte größer sein. Doch die einen wollen den Arbeitsbeginn nicht verpassen, die anderen denken schon ans Bett.

Feuerzeuge und Zollstöcke

Dafür kann ihn der Reporter vom Redaktionsnetz Deutschland gut gebrauchen, schließlich war er wie die beiden Parteimatadoren bis Mittwoch spätabends in Karlsruhe beim AfD-Wahlkampfauftakt. Ihm ist es auch egal, dass der Kaffee inzwischen kalt ist.

Frohnmaier verschenkt derweil Feuerzeuge und Zollstöcke, auf denen „Frohnmaier 2026 – Nichts für linke Hände“ steht. Und scherzt, dass er selber Linkshänder sei. Aber Frohnmaier muss Frohnmaier ja auch nicht davon überzeugen, dass Frohnmaier der richtige Mann für das Amt des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg ist.

Die Give-aways gehen gut weg. Wie man ohnehin an diesem Morgen feststellen kann, dass die AfD vielleicht an ihrem Kaffee noch arbeiten kann, nicht aber an ihrer Beliebtheit bei den Daimler-Mitarbeitern. Nur wenige verschmähen den Kontakt.

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