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Analyse zur Landtagswahl 2026

Die Landtagswahl in Baden-Würtemberg bleibt spannend bis zum Schluss

Die Umfragen zeigen eine Annäherung von CDU und Grünen bei weiter bleibendem Vorsprung der Union. Was passiert noch in den letzten zwei Wochen? Wir wirkt sich das Wahlrecht aus, und wie groß wird der Landtag? Eine Analyse.
Drei Männer vor einer Fahne mit Wappen und der Aufschrift "WAHL".

Die Spitzenkandidaten der drei größten Parteien: Manuel Hagel (CDU), Cem Özdemir (Grüne) und Markus Frohnmaier (AfD).

Frank Hoermann/SVEN SIMON)

Stuttgart. Wer wird neuer Ministerpräsident? Um die Frage geht es auf den letzten Metern. Vergleicht man die Performance der beiden aussichtsreichsten Kandidaten, Cem Özdemir und Manuel Hagel, steht es sozusagen unentschieden. Cem Özdemir gelingt es, eine inspirierende Kampagne zu fahren, wirkt mit seinem Charisma und verbreitet mit Winfried Kretschmann und Boris Palmer auf allen Kanälen die Botschaft: „Wir Grüne im Südwesten sind anders, pragmatisch, lösungsorientiert.“

Allerdings verbreitet auch die CDU genau diese Botschaft. Manuel Hagel verkündet eine Wachstumsallianz mit der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, er will Lars Feld in einen Wirtschaftsrat berufen und Genehmigungen beschleunigen.

CDU: Kampagne blass, aber Partei geeint

Seine Kampagne wirkt manchmal etwas blass und ist von vielen sich wiederholenden Parolen geprägt. Aber Hagel hat nicht nur seine Partei hinter sich, sondern schmiedet auch eine bürgerliche Wählerkoalition und verspricht, den Reformstau der letzten Jahre zu überwinden.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Landtagswahl in unserem Ticker.

Zwar liegt Özdemir im Direktvergleich und bei der Bekanntheit weiter weit vorne, doch die CDU hält stabil ihren Vorsprung.  Anders als 2021 sind grüne Themen derzeit nicht im Trend, und die CDU ist weder zerstritten noch hat sie wie bei den vorigen Wahlgängen Spitzenkandidaten, wie Guido Wolf und Susanne Eisenmann, die nicht ankamen.

Reicht es doch noch für eine Deutschland-Koalition?

Immerhin haben sich SPD und FDP in den letzten Umfragen stabilisiert, so dass man von einem Sechs-Parteien-Parlament ausgehen kann. Für eine Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP fehlt nach wie vor eine Mehrheit, auch wenn es durch viele Unentschlossene und einen Last-Minute-Swing im Wahllokal noch knapper werden könnte. Insofern bleibt Schwarz-Grün nach aktuellem Stand die wahrscheinlichste Regierungskonstellation.

Dass die Koalitionspartner selbst am Politischen Aschermittwoch trotz Wahlkampfgeklingel die Grenze zu persönlichen Beleidigungen nicht überschreiten, ist ein Vorzeichen dafür.

Riesiger Landtag? Muss nicht so kommen

Wird der Landtag dann bis auf 200 Abgeordnete aufgebläht? Nicht unbedingt. Wenn CDU und Grüne nahe beieinander liegen, könnte es weniger Ausgleichsmandate geben. Wird die Wahlkreiskarte schwarz und die Grünen gewinnen nur 10 oder 12 Wahlkreise in den großen Städten, sieht es schon anders aus, weil die CDU dann bei Direktmandaten stark überrepräsentiert wäre.

Eine große Unbekannte ist auch das Stimmensplitting, das erstmals beim neuen Zwei-Stimmen-Wahlrecht möglich ist. Das könnte den kleineren Parteien noch helfen. Und offen bleibt, wie die Vetternwirtschaftsaffäre der AfD schadet, die erheblich an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat. Es lohnt sich also, den Wahlkampf bis zum Ende zu verfolgen.

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