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Porträt der Woche

Dirk Preis: Badener, Polizist und Gewerkschafter mit Leib und Seele

Der neue Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft stammt aus dem Schwarzwald.
Mann mit Brille und Anzug spricht, Hand erhoben.

Dirk Preis ist seit 10. Dezember der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft.

Achim Zweygarth)

Wenn an diesem Samstag im Bürgerhaus das Männerballett auftritt, um Spenden zu sammeln, wird Dirk Preis im Saal sein. Und wenn es den Gesangverein „Lautenfels Lautenbach“ noch gäbe, dem er 30 Jahre angehörte und der sich 2014 mangels Nachwuchs auflöste, würde er bestimmt ein Solo schmettern. Für das Freibad in Lautenbach, dem kleinsten Gernsbacher Stadtteil mit seinen gut 500 Einwohnern.

In gewisser Weise hat der neue Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft ( DPolG ) sein Heimatdorf nie verlassen. Und das, obwohl er eine Italienerin geheiratet hat – die Tochter eines Gastarbeiters der ersten Stunde. Noch immer beginnen seine Tage im Schwarzwald und enden auch dort. Zwischendurch saust er durch Baden-Württemberg, von einem Termin zum anderen.

Armschild wird in 3D-Druck erstellt

Da kommt er dann beispielsweise bei der Firma MNH in Hohentengen vorbei, die in Zusammenarbeit mit der DPolG ein 3D-gedrucktes Armschild entwickelt hat, das gegen Messer-, Beil- und Hammerangriffe schützen soll. Etwa, wenn ein Polizist wegen einer familiären Auseinandersetzung gerufen wird. Und nicht weiß, welche Gefahren hinter der Haustür lauern.

Da spürt man, wie es ihn noch juckt, wie gerne er Polizist war, selbst in schwierigen Lagen. Und wie das Kind im Manne erwacht: Schließlich trug er schon als kleiner Junge die Polizeimütze seines Onkels durch die Wohnung spazieren. Später jagte er in Baden-Baden Drogendealer. Doch 2018 musste er sich in wenigen Tagen entscheiden: Werde ich stellvertretender Chef des Polizeipostens in Gernsbach? Oder lasse ich mich für die Personalratsmitarbeit freistellen?

Er entschied sich für die Gewerkschaftskarriere und stieg auf. Im Juli übernahm er von Ralf Kusterer den Vorsitz im Hauptpersonalrat der Polizei in Baden-Württemberg. Und am 10. Dezember wurde er in Rust zu dessen Nachfolger als DPolG-Landesvorsitzender gewählt – mit stolzen 99,4 Prozent der Stimmen.

Preis strebt gutes Verhältnis zu Strobl an

Wichtig sei ihm gewesen, dass er sich nicht verstellen muss. „Ich bin der, der ich bin und muss dann auch sagen, was mir auf der Zunge liegt.“ Das darf er selbstverständlich, nur sollte er vielleicht nicht ganz so scharf formulieren wie Kusterer, der nach der letzten Landtagswahl der CDU vorwarf, ihre Werte bei den Koalitionsverhandlungen verraten zu haben und über Parteien fabulierte, die „um die Gunst der Regierungsbeteiligung buhlen wie Prostituierte“. Das zielte so deutlich auf CDU-Chef und Innenminister Thomas Strobl, dass die beiden seither kein Wort mehr sprachen. In der Hinsicht könnte der Führungswechsel eine Chance sein. Preis jedenfalls will „das in die Richtung bringen, dass man ein gutes Miteinander hat“.

Doch selbstverständlich weiß auch Dirk Preis nicht, was die Wahl am 8. März bringt. Er selber macht auch Politik – vor Ort: Seit 2015 sitzt er für die CDU im Gernsbacher Gemeinderat.

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