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Joachim Kuhs (AfD) will Landtagsvizepräsident werden

Der ehemalige AfD-Europaabgeordnete Joachim Kuhs bewirbt sich um das Amt eines Landtagsvizepräsidenten.
Michael Schwarz)Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben, aber Ereiferung ist Fäulnis der Gebeine“, lautet der Wahlspruch von Joachim Kuhs. Und die Bibelstelle – Sprüche 14, Vers 30 – nennt er gleich mit.
Gott habe ihm Gelassenheit geschenkt. Die wird er brauchen können. Der ehemalige AfD-Europaabgeordnete und Bundessprecher der „Christen in der Alternative für Deutschland“ geht am Dienstag in ein vermutlich aussichtsloses Rennen um das Amt des Landtagsvizepräsidenten. Der frisch gebackene Landtagsabgeordnete hofft darauf, dass die Christdemokraten irgendwann der AfD den idealen Partner erkennen. „Ihr habt doch fast das gleiche Programm wie wir“, sagt er in Richtung CDU – Wirtschaft, Bildung, da sei man doch einig.
Die Angriffe auf die Verfassung kommen laut Kuhs von links
Die Vorstellung eines Manuel Hagel, dass die AfD ein anderes Menschenbild habe als die CDU , sei einfach falsch. Er habe vor 50 Jahren erstmals als Gerichtspfleger seinen Eid auf die Verfassung geleistet, später war er Verwaltungsleiter beim Notariat, arbeitete im Rechnungshof und beim Rechnungsprüfungsamt. Die Angriffe auf die Verfassung, etwa auf den darin enthaltenen besonderen Schutz der Familie, kämen doch von links. Und von einem Björn Höcke „muss man sich nicht distanzieren“. Der habe seinen Laden „unglaublich gut im Griff“, mache eine „sehr, sehr gute Politik“, obwohl er kein Christ sei und sich vom Glauben abgewandt habe, was man vom 69-jährigen Baden-Badener nicht behaupten kann.
Er entdeckte das AfD-Programm und erklärte am selben Abend seinen Eintritt
Im Gegenteil: Die Bibel ist seine Richtschnur, und Joachim Kuhs gibt sich alle Mühe, ein gottgefälliges Leben zu führen. Dazu gehört auch, dass er vor dem ersten Kuss um die Hand seiner Frau bei ihrem Vater anhielt. Und dass er jedes Kind als ein Geschenk Gottes begreift. Zehn Kinder haben die beiden, dazu 23 Enkel.
Kuhs stammt aus der pietistischen Brüdergemeinde, schloss sich aber später der reformierten anglikanischen Kirche an, der „Anglican Church in America“, deren Baden-Badener Gemeinde er bis heute führt.
„Ich bin kein Politiker“, sagt er von sich, habe jedoch die Verantwortung gespürt, etwas zu tun. 2012 nahm er an einem „Marsch für das Leben“ und gegen Abtreibung teil. Kurz zuvor hatte er das Sarrazin-Buch „Deutschland schafft sich ab“ gelesen. Dies habe ihm die Augen geöffnet. Am 18. März 2013 entdeckte er das AfD-Programm im Internet. Dort stand: „Wir wollen die Familie wieder in den Mittelpunkt der Gesellschaft stellen.“ Da habe er gesagt: „Genau das will ich auch.“ Noch am selben Abend habe er seinen Eintritt erklärt.