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Grün-schwarze Landesregierung

Überraschung: Andreas Jung wird Kultusminister

Er ist die große Überraschung unter den neuen CDU-Ministern: Der Bundespolitiker Andreas Jung übernimmt das Kultusministerium und steht damit einem der wichtigsten Ministerien vor.
Mann im Anzug vor blauem Hintergrund.

Der CDU-Politiker Andreas Jung, aufgenommen vor dem Beginn eines Landesparteitags, bei dem die CDU Baden-Württemberg den Koaltionsvertrag beschließen will. Jung soll neuer Kultusminister in Baden-Württemberg werden.

Bernd Weißbrod)

Korntal-Münchingen – Große Überraschung bei der Union im Land: Der  CDU-Klimapolitiker Andreas Jung wird neuer Kultusminister in Baden-Württemberg. Der 50-Jährige lebt am Bodensee und gilt als profiliertester Klimapolitiker der CDU im Bundestag. Er sitzt seit 2005 im Parlament, seit 2016 führt er die Landesgruppe der CDU-Abgeordneten aus Baden-Württemberg an.

Damit hatte kaum jemand gerechnet. Noch in den Tagen davor war der Karlsruher CDU-Bundestagsabgeordnete Nicolas Zippelius (38) gehandelt werden. Doch das hätte möglicherweise auch den innerparteilichen Proporz von Nord- und Südbaden durcheinander gebracht. Zippelius gehört wie der designierte Justizminister Moritz Oppelt der gleichen Generation wie Manuel Hagel an und ist fast gleichalt, man kennt sich aus JU-Zeiten noch.

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Jung war 2021 bei der Bildung der Bundesregierung nicht zum Zug gekommen – und hatte einen fachfremden Staatssekretärs-Posten abgelehnt, mit der Begründung: Er wolle in seinem Fachgebiet Umweltpolitik bleiben. Nun wechselt er doch das Fach, allerdings auf Landesebene. Es gab wohl auch aus der Partei erheblichen Druck, nicht nur wegen Regionalproporzes. Jung gilt als umgänglich und Teamplayer, und schon lange als ministrabel.

Jung hat bislang wenig mit Bildung zu tun gehabt

In sein neues Themenfeld wird sich der studierte Jurist noch einarbeiten müssen, mit Bildungspolitik hatte der Vater zweier Kinder bislang nichts zu tun. Größere Reformen muss Jung in seinem Bereich aber auch nicht umsetzen. Man habe sich darauf verständigt, in der neuen Legislaturperiode keine Debatte über die Schulstruktur zu führen, heißt es im Koalitionsvertrag. Größtes Projekt im Bildungsbereich ist die Einführung eines verpflichtenden und kostenlosen letzten Kindergartenjahrs.

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Als Jung am Samstagmorgen in Korntal-Münchingen eintrifft, wird er sofort von Kameras umlagert. Strahlend wird er von Parteifreunden empfangen. Selbst Insider hatten damit nicht gerechnet, mancher wundert sich über den Fachwechsel. Ähnlich wie bei Justizministerin Marion Gentges, die Moritz Oppelt (37) weichen muss und Agrarministerin wird.

Wichtiges aber anspruchsvolles Ministerium

Mit dem Kultusministerium übernimmt Jung eines der wichtigsten Ministerien innerhalb der neuen grün-schwarzen Landesregierung – aber auch eines der anspruchsvollsten. In keinem Bereich haben die Bundesländer so viel Einfluss wie in diesem. Das Haus ist nicht nur für die knapp 145.000 Lehrkräfte an den Schulen im Südwesten verantwortlich, sondern auch für die Gestaltung des Schulsystems in Baden-Württemberg.

Allerdings: Weil die Entscheidungen Millionen Schüler, Eltern und Lehrkräfte betreffen, kann der jeweilige Minister es nur schwer allen Seiten recht machen und ist deswegen selten bei allen beliebt. Ein Sprungbrett für höhere Aufgaben war das Ministerium in der Vergangenheit deswegen eher nicht.

In den vergangenen fünf Jahren war das Ministerium von Grünen-Politikerin Theresa Schopper geführt worden. In den Sondierungsverhandlungen hatten sich Grüne und CDU aber darauf geeinigt, dass das Kultusministerium in der neuen Legislaturperiode an die CDU geht. (mit dpa)

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