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Wettkampf im Schulsport sorgt für Diskussionen

Grundschüler können sich ab dem nächsten Sommer im sportlichen Wettkampf messen.
dpa/Florian Wiegand)Stuttgart. An allen Grundschulen könnten im Sportunterricht künftig wieder stärker die Ergebnisse in Weitsprung, 50-Meter-Lauf und Werfen zählen. Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Jung (CDU) will der Vorbereitung auf die Bundesjugendspiele breiteren Raum einräumen „und die Freude am Wettkampf stärken“. Losgetreten hat er damit eine Debatte im Netz und unter Praktikern über den Ausfall des einschlägigen Unterrichts und den Zustand der zu nutzenden Sportplätze oder -hallen.
Rückkehr zum Wettkampfcharakter
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) war vorgeprescht mit ihrem „persönlichen Einsatz“ dafür, dass besondere Leistungen auch anerkannt werden müssen. Baden-Württemberg will der Rückkehr zum „Wettkampfcharakter“ gerecht werden. Die Ausgestaltung ist Ländersache. Jung möchte die Botschaft vermitteln: „Wer sich anstrengt, kann alles erreichen.“ Seit dem Schuljahr 2023/2024 waren Leichtathletik- und Schwimmwettbewerbe nicht mehr als Wettkämpfe organisiert, wie die CDU im Wahlkampf kritisiert hatte.
Lehrkräfte in Bildungs- und Schulforen, aber auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) halten dagegen, unter anderem mit dem Hinweis auf eine drohende „Deprofessionalisierung“. Denn ehrenamtliches Engagement könne Fachlehrkräfte nicht ersetzen, moniert ein Positionspapier der GEW. Ins Feld geführt werden außerdem die Streichungen beim Schwimmunterricht vielerorts.
Das Land erfasst den Ausfall laut Kultusministerium nicht statistisch. „In Baden-Württemberg unterrichten an öffentlichen Schulen aktuell insgesamt rund 17.500 Lehrkräfte mit der Lehrbefähigung für das Fach Sport“, heißt es auf Staatsanzeiger-Anfrage. Diese Zahl sei grundsätzlich ausreichend, auch wenn es aufgrund regional bestimmter Einstellungspräferenzen Unterschiede in der Versorgung gebe.
Freude an Bewegung darf nicht leiden
Für Jung geht es nun an die Ausgestaltung seiner Vorstellungen. Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) jedenfalls „ist zuversichtlic h, dass Kultusministerium und Schulen gemeinsam einen guten Weg finden“, bei dem die Freude an der Bewegung „nicht leidet, sondern gestärkt wird“. (bjhw)