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Was macht der FDP-Mann jetzt?

Rülke sieht für sich keine Zukunft als „Haustyrann“

Hans-Ulrich Rülkes Frau hat einen klaren Wunsch: Ihr Ehemann soll nicht den ganzen Tag zu Hause hocken. Was der Ex-Fraktionschef jetzt macht - und was er mit Garten und Küche am Hut hat.
Ein Mann im Anzug sitzt an einem Tisch, Blick nach links.

Rülke will in der Kommunalpolitik seiner Heimatstadt Pforzheim aktiv bleiben.

IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

Stuttgart. Sich in der heimischen Küche ausprobieren? Oder sich wie der scheidende Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) handwerklich verausgaben? FDP-Chef Hans-Ulrich Rülke hat nach dem Ausscheiden aus dem Landtag auf gar keinen Fall vor, häuslich zu werden. Dagegen habe nicht zuletzt seine Ehefrau etwas. „Die größte Sorge meiner Frau war, dass ich nach der Wahl vorwiegend zu Hause bin. Das wäre ihr nicht recht“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Noch hängt der Haussegen bei den Rülkes aber gerade. „Offensichtlich bin ich jetzt nicht als Haustyrann aufgefallen, sozusagen als der komische Alte, der frustriert zu Hause sitzt und sich ständig übers Essen beschwert oder so was“, meinte Rülke. Seine Frau habe also nichts zu befürchten: „Sie stellt fest, dass neue Aufgaben auf mich zukommen.“ Mit dem heimischen Garten oder der Küche hätten diese Aufgaben aber nichts zu tun. „Für die Küche bin ich nicht geeignet und der Garten macht mir keine Freude“, stellte Rülke klar. Den Garten werde er nur aufsuchen, um morgens wegzufahren, scherzte er.

Viele neue Möglichkeiten

Nur wohin fährt der ehemalige Berufspolitiker dann? Er will in der Kommunalpolitik seiner Heimatstadt Pforzheim aktiv bleiben. Daneben behält er einige Aufsichtsratsmandate. Für die Zukunft könne sich der 64-Jährige aber auch ein Ehrenamt als neue Aufgabe vorstellen, denn er erzählte: Auf die Bezahlung komme es ihm nicht an. „Ich werde das jetzt alles sammeln und dann zu gegebener Zeit entscheiden“, erklärte Rülke.

Dabei genießt er künftig auch seine zurückgewonnene Entscheidungsfreiheit: „Ich kann selbstbestimmt agieren. Ich kann, wenn ich eine Einladung kriege, sagen: Nö, hab keine Lust. Das war ja in der Vergangenheit nicht der Fall.“

Denn was für ihn in Zukunft fehlen wird: Der Druck, eine Wahl gewinnen zu müssen. Dadurch wird es „vielleicht letztlich sogar ein angenehmerer Lebenszuschnitt, als das in den letzten Jahren gewesen ist“, meinte Rülke.

„Ich war zu häufig nicht da“

Doch nicht nur Rülkes Entscheidungsfreiheit ist in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen. „Ich habe auch sicherlich das Aufwachsen meiner Kinder nicht so begleitet, wie man das eigentlich hätte tun sollen und wie ich mir das vielleicht auch vorgestellt hatte. Ich war da zu häufig nicht da“, gesteht der FDP-Politiker. Rülke hat drei Söhne. Sein jüngster Sohn ist 17 Jahre alt – so lang war Rülke Fraktionsvorsitzender, 20 Jahre saß er im Landtag. So wie es aussehe, sei mit seinen Kindern trotz seiner häufigen Abwesenheit „alles gut gegangen“. Rülkes ältester Sohn starte bald ins Berufsleben – aber nicht in der Politik. (dpa/lsw)

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