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Spätmittelalterliches Fachwerk in luftiger Höhe

Das Obere Schloss, auch Obere Burg genannt, ist eine ortsbildprägende Höhenburganlage in Talheim im Landkreis Heilbronn. Foto: Roman Eisele
Roman Eisele)Stuttgart/Heilbronn. Die Obere Burg von Talheim im Landkreis Heilbronn zählt zu den am besten erhaltenen Burganlagen Südwestdeutschlands. Oft auch als Oberes Schloss bezeichnet, prägt sie den Anblick des Ortes bereits von Weitem.
„Am östlichen Gebäude wurde die Sanierung der Fassade notwendig“, teilte die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit. Sie unterstützt die Arbeiten mit einem Zuschuss von 22 000 Euro.
„Spätmittelalterliche Wohnbauten in Fachwerk sind selten so unbeschadet geblieben wie hier“, sagt Stefan Köhler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung. „Hier lassen sich die Wohn- und Lebensverhältnisse des ritterschaftlichen Adels in besonders eindrücklicher Weise nachvollziehen“, ergänzt Köhler.
Auf der Ringmauer hoch über dem Dorf am Rand des Neckartals thronen ein schlanker Rundturm sowie drei Fachwerkhäuser aus dem 14. Jahrhundert. Die nahezu quadratische Burganlage reicht nach Stiftungsangaben vermutlich bis ins 13. Jahrhundert zurück.
Im Jahr 1367 ist ihre Zerstörung durch Truppen des Kurmainzer Erzbischofs überliefert. Beim Wiederaufbau wenig später, zwischen 1380 und 1400, wurden auch die drei heute erhaltenen Wohngebäude auf der Burgmauer errichtet, das westliche davon als erstes.
Zwei Fachwerkgeschosse mit einem Satteldach
Das östliche und jetzt renovierte Gebäude besteht aus einem gemauerten Erdgeschoss und zwei darüberliegenden, jeweils vorkragenden Fachwerkgeschossen, bedeckt von einem Satteldach mit einseitigem Schopfwalm.
Nicht nur das Gebälk, auch die Ausfachungen und der Putz waren sanierungsbedürftig. In welchem Umfang, stellte sich allerdings erst heraus, nachdem das aufwändige Gerüst errichtet worden war. Am Ende waren die entdeckten Schäden den weiteren Angaben zufolge aber deutlich größer als erwartet.
Die Hangburg, die auf einem nördlichen Hang des Schozachtals oberhalb von Talheim errichtet wurde, ist eine von insgesamt drei Burganlagen, zu denen noch das Untere Schloss und die Burg Ehrenberg zählen.
Dass gleich drei verschiedene Burgen auf so engem Terrain entstanden sind, liegt vermutlich an der Zersplitterung der einstigen Besitzverhältnisse in mehrere Ganerbenanteile.
Eine Ganerbschaft war das gemeinsame Familienvermögen, über das die Ganerben nur gemeinsam verfügen konnten. Die bis in das 17. Jahrhundert bezeugten Herren von Talheim hatten auch würzburgische, hessische, brandenburgische und württembergische Lehen inne.
Das Gebäude erhielt im Jahr 1991 den Denkmalschutzpreis
Im Jahr 1991 erhielt das Gebäude nach umfassender Sanierung den Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg des Schwäbischen Heimatbundes. (rik/sta)