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Angekündigtes US-Werk

Audi-Pläne in den USA erhöhen Druck auf Standort Neckarsulm

Der Autobauer Audi plant ein neues Werk in den USA. Experten befürchten, dass dadurch der ohnehin unter Druck stehende Standort Neckarsulm weiter geschwächt werden könnte. Zugleich muss sich Audi-Chef Gernot Döllner für seinen gemeinsamen Auftritt mit US-Präsident Donald Trump rechtfertigen.

Das Audi-Werk in Neckarsulm mit mehr als 15.000 Beschäftigten steht unter Druck. Der geplante Bau eines neuen Audi-Werks in den USA könnte die Lage am baden-württembergischen Standort nach Einschätzung von Experten weiter verschärfen.

dpa/Arnulf Hettrich)

Neckarsulm. Die Pläne des Autobauers Audi für ein neues Werk in den USA könnten erhebliche Folgen für den Standort Neckarsulm haben. Autoexperten rechnen damit, dass die angekündigte Investition den Druck auf das Werk in Baden-Württemberg weiter erhöhen wird. Dort arbeiten mehr als 15.000 Menschen. Wegen der Krise beim Mutterkonzern Volkswagen und der Sparpläne bei Audi steht die Zukunft des Standorts ohnehin auf dem Prüfstand. Bis Ende Juni 2027 soll ein neues Konzept für Neckarsulm vorliegen.

Hintergrund ist der geplante Bau eines Audi-Werks im US-Bundesstaat Georgia. Rund 4500 Arbeitsplätze sollen dort entstehen. Audi-Chef Gernot Döllner hatte die milliardenschwere Investition bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump angekündigt.

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Experten erwarten Verschiebungen bei der Produktion

Sollte das Werk in den USA wie angekündigt entstehen, dürfte dies nach Einschätzung des Autoexperten Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach zu einer Umverteilung der Produktion zwischen den Audi-Standorten führen. Dabei werde die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Werke eine entscheidende Rolle spielen. Die vergleichsweise hohen Produktionskosten in Deutschland seien ein Nachteil.

Das Stammwerk in Ingolstadt werde Audi kaum schließen, sagte Bratzel. „Dann redet man eben über Neckarsulm.“ Auch der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht den baden-württembergischen Standort in einer schwierigen Lage. Er rechnet ebenfalls mit Verschiebungen innerhalb des Produktionsnetzwerks – allerdings nicht zugunsten von Neckarsulm.

Audi-Chef verteidigt Investition in den USA

Audi-Chef Döllner hält die Investition in den USA dagegen für strategisch notwendig. Eine Produktion vor Ort könne die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verbessern sowie Handels- und Währungsrisiken verringern. Die USA seien der zweitgrößte Premiummarkt der Welt, das dortige Audi-Geschäft sei derzeit jedoch nicht profitabel.

„Ein stärkeres US-Geschäft ist daher keine Entscheidung gegen Deutschland“, erklärte Döllner in einem internen Schreiben an die Beschäftigten, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Vielmehr gehe es um die langfristige Sicherung des Unternehmenserfolgs.

Scharfe Kritik an gemeinsamem Auftritt mit Trump

Für Kritik sorgt allerdings die Art und Weise, wie Döllner die Investition öffentlich gemacht hat. Sein gemeinsamer Auftritt mit Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung löste innerhalb des VW-Konzerns heftige Reaktionen aus. VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo warf dem Audi-Chef vor, aktive Wahlkampfhilfe geleistet zu haben.

Döllner verteidigte seine Teilnahme. Im Rahmen der Verhandlungen über das neue Werk sei Audi gebeten worden, die Pläne gemeinsam mit dem US-Präsidenten vorzustellen. Man habe dieser Einladung ausschließlich im Interesse des Unternehmens entsprochen. Zugleich räumte Döllner ein, dass der Auftritt als politisches Signal wahrgenommen worden sei.

Auch die Autoexperten bewerten den Auftritt kritisch. Bratzel sieht dadurch das Image der Marke belastet. Dudenhöffer bezeichnete die Teilnahme als „äußerst unglücklich“.

Zukunft des Standorts Neckarsulm weiter ungewiss

Für Neckarsulm bleibt unterdessen die entscheidende Frage, welche Rolle der Standort künftig im weltweiten Produktionsnetzwerk von Audi spielen wird. Die geplante Erweiterung der Fertigung in den USA dürfte die Debatte über seine Zukunft weiter verschärfen. (dpa)

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