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Beschäftigte der Autoindustrie im Südwesten protestieren

An einem Eingang zum Mercedes-Benz Werk demonstrieren im Juli 2026 mehrere tausend Mitarbeiter des Automobilherstellers Mercedes-Benz mit Fahnen der Gewerkschaft IG Metall gegen den verschärften Sparkurs.
dpa/Bernd Weißbrod)Stuttgart/Wolfsburg/Zwickau. Beschäftigte der Autobranche in Baden-Württemberg sind von der IG Metall dazu aufgerufen worden, an einem bundesweiten Aktionstag gegen Jobabbau und weitere Einschnitte in ihrer Industrie zu protestieren. Im Südwesten sollen sich Gewerkschaftsangaben zufolge Beschäftigte von Mercedes-Benz, Porsche, Bosch, Mahle oder Daimler Truck an verschiedenen Standorten beteiligen.
Bezirksleiterin Barbara Resch wird am Vormittag bei Mercedes-Benz in Sindelfingen erwartet. Die Beschäftigten hätten die Krise nicht verursacht, sollten aber für die Fehler der Vorstände bezahlen. „Das akzeptieren wir nicht“, sagte Resch laut Mitteilung. Wer industrielle Stärke und gute Arbeit in Deutschland sichern wolle, müsse jetzt in Produkte, Standorte und Menschen investieren, statt Arbeitsplätze abzubauen und Zukunft zu verspielen.
Tarifrunde: Erste Verhandlung am 7. Oktober
Für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie will die Gewerkschaft ihre Forderungen für Baden-Württemberg am 22. September beschließen. Die erste Verhandlung soll dann am 7. Oktober in Ludwigsburg stattfinden. Zum 31. Oktober laufen die Entgelttarifverträge aus. Dann endet auch die sogenannte Friedenspflicht, danach könnte die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufrufen.
Im Südwesten arbeiten Angaben der IG Metall zufolge derzeit rund 900.000 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie. Gerade in der Autoindustrie hatten die Unternehmen zuletzt mit Gewinneinbrüchen zu kämpfen und mit Sparprogrammen reagiert.
Mehr als 100.000 Teilnehmer bundesweit erwartet
Der Aktionstag findet bundesweit unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ statt. Nach Angaben der IG Metall sind bundesweit mehr als 280 Aktionen an mehr als 200 Orten geplant. Dazu gehören Betriebsversammlungen, aktive Mittagspausen, Sternmärsche und öffentliche Kundgebungen. Die Gewerkschaft rechnet mit mehr als 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
IG-Metall-Chefin Christiane Benner spricht mit Blick auf Jobabbau und geplante Einschnitte von einem „beispiellosen Angriff auf die Beschäftigten in der Automobilindustrie“. Die Gewerkschaft wendet sich unter anderem dagegen, dass die 35-Stunden-Woche infrage gestellt wird.
Zugleich fordert die IG Metall von den Unternehmen stärkere Investitionen in die deutschen Standorte, etwa in Batteriefertigung, autonomes Fahren und moderne Produktionsanlagen. Zudem brauche es nach Ansicht der Gewerkschaft Modelle mit hohen Stückzahlen, um die Auslastung der Werke zu sichern.
Auch an die Politik richtet die IG Metall Forderungen. Sie verlangt unter anderem niedrigere Stromkosten und weniger Bürokratie. Zudem spricht sie sich für eine Ausweitung der Zölle auf Autos aus China sowie für Finanzhilfen für Zulieferer beim Umbau der Branche aus. (dpa/lsw)
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