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Energiewende

Forschungsprojekt zeigt: Solarfahrzeuge können das Stromnetz deutlich entlasten

Fraunhofer-Forscher haben untersucht, wie sich in Autos eingebaute Solarmodule auf deren Reichweite auswirken. Und sie haben dabei ermittelt, dass solche Fahrzeuge auch das Stromnetz deutlich entlasten können.
Silberfarbiges Auto mit Schriftzug "Lightyear" auf der Seite, Wald im Hintergrund.

Noch sind Autos mit Solarpanelen, wie etwa vom niederländischen Hersteller Lightyear, auf den Straßen die Ausnahme. Dabei könnten sie dazu beitragen, das Stromnetzt zu entlasten.

Lightyear)

Freiburg. Solarzellen auf dem Autodach könnten laut einer Studie den Energiebedarf für Elektromobilität und die Belastung der Stromnetze erheblich verringern. Ein Personenwagen könnte hierzulande mehr als die Hälfte seines jährlichen Energiebedarfs selbst erzeugen, hat das Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme im Projekt „SolarMoves“ zusammen mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus den Niederlanden herausgefunden.

Die Studie analysierte Daten von 23 unterschiedlichen Fahrzeugtypen – von kompakten Stadtautos bis hin zu schweren Lastwagen. Die Autos wurden mit Sensoren ausgestattet und Daten von 1,3 Millionen gefahrenen Kilometern ausgewertet.

Reichweite kann bei Lkw um bis zu 15 Prozent wachsen

Um unterschiedliche Klimabedingungen zu berücksichtigen, wurden die Untersuchungen in Amsterdam und Madrid durchgeführt. In Südeuropa ermittelten die Wissenschaftler dabei, dass dort bis zu 80 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs durch selbsterzeugten Strom gedeckt werden könnte.

Doch nicht nur die Nutzer können von Solarmodulen auf dem Dach oder der Kühlerhaube profitieren, auch das Stromnetz insgesamt, wie das Forschungskonsortium herausgefunden hat. In einer Simulation berechneten die Wissenschaftler, dass, wenn alle Neufahrzeuge zwischen 2024 und 2030 mit Solarmodulen ausgestattet würden, der Strombedarf für Elektromobilität europaweit im Jahr 2030 um 15,6 Terawattstunden sinken könnte. Diese Strommenge entspricht in etwa der durchschnittlichen eineinhalbfachen Jahresproduktion des früheren Kernkraftwerks Phillipsburg II.

Wissenschaftler schlagen steuerliche Anreize vor

Als besonders groß schätzt das Forscherteam die Vorteile im Logistiksektor ein. Lieferwagen, Lkw und Fahrzeug-Anhänger verfügen über viel Dachfläche und verbrauchen gleichzeitig viel Energie für Kühlung, Heizung und Hilfsaggregate. Bei Elektro-Lkw verlängerten die Solarmodule die Reichweite um bis zu 15 Prozent.

Von der Politik fordern die Autoren, die Fahrzeug-Photovoltaik in das weltweit einheitliche Testverfahren zur Messung von Kraftstoffverbrauch, CO₂-Emissionen bei leichten Nutzfahrzeugen aufzunehmen. Dann könnten CO₂-Reduktionen und Stromeinsparungen auf nationaler Ebene genutzt werden, um steuerliche Anreize zu setzen.

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