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Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk

Heizungsbauer warnen: Politik bremst die Wärmewende

Die Stimmung im SHK‑Handwerk verbessert sich leicht, doch die Branche bleibt alarmiert. Vor allem das politische Hin und Her bei der Heizungsförderung belastet die Betriebe. Dabei reagieren viele Kunden inzwischen gelassener – die Wärmepumpe setzt sich immer mehr durch, während die Politik darüber weiter streitet.
Älterer Mann im Anzug mit Brille, vor neutralem Hintergrund.

„Die Wärmepumpe ist in den Häusern angekommen“, sagt Wolfgang Becker, Hauptgeschäftsführer des FV SHK-BW.

Wolfgang Leja)

Stuttgart . Die Stimmung im baden-württembergischen Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk hellt sich zwar auf. „Die Politik bremst allerdings die Wärmewende mit ihrem Verhalten massiv“, warnt der Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg (FV SHK-BW). Eine neue Konjunkturumfrage unter seinen Mitgliedsbetrieben zeigt, dass mehr als zwei von drei Betrieben das politische Hin und Her als größtes Risiko für die Wärmewende betrachten.

Förderchaos im Juli verunsichert Kunden

Als Beispiel nennt der Verband den Stopp der Heizungsförderung (BEG-EM) im Juli. Die Bundesregierung hatte die Förderung über Nacht ausgesetzt und neu geordnet. Rund 75 Prozent aller Betriebe hätten das zu spüren bekommen, so der Verband. Die Heizungsbauer berichten von zahlreichen Anfragen verunsicherter Kunden und einem „erheblichen zusätzlichen Beratungsaufwand“. „Für unsere Betriebe war das ein Kraftakt, den niemand bezahlt“, sagt Wolfgang Becker, Hauptgeschäftsführer des FV SHK-BW. „Schlimmer trifft es aber die Kunden, die im Vertrauen auf die alte Förderung geplant und beauftragt hatten und nun zwischen den Stühlen sitzen.“ Konkret kann das bedeuten, dass Kunden, die noch unter den alten Förderbedingungen eine Heizung beauftragt hatten, nun eine um mehrere tausend Euro geringere Förderung erhalten. Für diese Fälle brauchen wir dringend eine Übergangslösung.“

Kunden entscheiden sich verstärkt für die Wärmepumpe

Dennoch zeigt sich Becker optimistisch. „Die Menschen sind inzwischen schlauer als die Politik“, sagt er. „Sie lassen sich nicht mehr kirre machen. Wer heute eine Heizung benötigt, entscheidet sich zunehmend unabhängig davon, was gerade in Berlin diskutiert wird – und das ist meistens die richtige Entscheidung: eine zukunftsfähige Heizung.“ In den meisten Gebäuden sei dies die Wärmepumpe, in Einzelfällen Biomasse.

Grundsätzliche Vorbehalte der Kunden gegen neue Heiztechnik nennen nur noch 6,5 Prozent als größtes Risiko. Vor einem Jahr waren es fast doppelt so viele. „Die Wärmepumpe ist in den Häusern angekommen“, so Becker. „Der Streit darüber findet nur noch in der Politik statt, nicht mehr am Küchentisch.“

Der Umfrage zufolge haben sich die Erwartungen der Betriebe etwas aufgehellt: Rund 17 Prozent (Vorjahr: 11 Prozent) rechnen mit besseren Geschäften. Etwa 23 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Vom Niveau der Jahre vor Corona sei die Branche damit allerdings noch entfernt, so der Verband.

Konjunkturumfrage 2. Quartal 2026, 221 teilnehmende Betriebe. 68,1 Prozent der befragten SHK-Betriebe sehen sie 2026 als größte Gefahr für die Umsetzung der Wärmewende. Damit liegt der Wert nochmals über dem Vorjahr mit 63,7 Prozent.
Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg.)

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