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Berufliche Bildung

Im Handwerk bleiben in Baden-Württemberg viele Lehrstellen unbesetzt

In Baden-Württemberg blieb zum Ausbildungsbeginn in diesem Jahr bei rund vier von zehn Handwerksbetrieben mindestens ein Ausbildungsplatz unbesetzt. Häufig fehlen Bewerbungen oder geeignete Kandidaten, wie eine Umfrage des Spitzenverbands Handwerk BW unter Mitgliedsunternehmen zeigt.

40 Prozent der Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg konnten mindestens eine der von ihnen angebotenen Ausbildungsplätze nicht besetzen.

IMAGO/Christian Vorhofer)

Stuttgart. Bei rund 40 Prozent der Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg ist zum aktuellen Ausbildungsjahr mindestens ein angebotener Ausbildungsplatz unbesetzt geblieben. Besonders häufig war das im Nahrungsmittel- und Dienstleistungshandwerk der Fall, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage von Handwerk BW, dem Dachverband der Handwerkskammern unter 2600 Betrieben hervorgeht.

Häufigster Grund waren demzufolge fehlende Bewerbungen: Mehr als die Hälfte der Betriebe mit unbesetzten Plätzen erhielt nach eigenen Angaben überhaupt keine Bewerbungen. Rund vier von zehn fanden keine geeigneten Kandidaten.

Betriebe bemängeln fehlende Deutschkenntnisse und Leistungsbereitschaft

Bei abgelehnten Bewerbern bemängelten die Betriebe vor allem fehlende Deutschkenntnisse sowie mangelnde Motivation oder Leistungsbereitschaft. Handwerkspräsident Rainer Reichhold forderte deshalb: Schulen müssten junge Menschen besser auf den Berufseinstieg vorbereiten und grundlegende sprachliche, mathematische und soziale Kompetenzen vermitteln.

Zugleich zeige die Befragung, dass auch Geflüchtete und Jugendliche mit besonderem schulischem Förderbedarf erfolgreich eine Ausbildung abschließen könnten, betonte Reichhold. Entscheidend seien passende Berufsorientierung, Sprachförderung und Begleitung während der Ausbildung.

Ausbildung wegen wirtschaftlicher Unsicherheit eingeschränkt

Auch wirtschaftliche Unsicherheit und anstehende Betriebsnachfolgen erschwerten die Ausbildung: 14 Prozent der Betriebe ohne Ausbildungsangebot verwiesen auf wirtschaftliche Unsicherheit, rund elf Prozent auf das Alter des Inhabers oder Ausbilders beziehungsweise auf eine bevorstehende Übergabe des Betriebs an einen Nachfolger. (epd)

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