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Konjunkturumfrage

Kein Frühlingserwachen in der Wirtschaft in Baden-Württemberg

Aus der baden-württembergischen Wirtschaft kommen weiterhin keine Signale für einen Aufschwung. Nach der jüngsten Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) sind die Unternehmen für die kommenden Monate deutlich pessimistischer als noch zu Jahresbeginn.
Bunte Wildblumenwiese bei Tageslicht vor blauem Himmel.

Viele Unternehmen in Baden-Württenberg sind pessimistisch was die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten betrifft. Von einer Frühjahrsbelebung ist das Land weit entfernt.

Adobe Stock/Gudrun)

Stuttgart. Man könnte es als fast positive Nachricht sehen: Die Einschätzungen heimischer Unternehmer zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage haben sich in den vergangenen Monaten nicht verschlechtert. Noch immer bewerten 28 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 21 Prozent als schlecht, wie aus der am Montag veröffentlichten Konjunkturumfrage des BWIHK hervorgeht.

Doch bei den Erwartungen für die kommenden Monate ist nicht einmal Stagnation in Sicht. Nur noch 17 Prozent der befragten Betriebe rechnen mit besseren Geschäften in den kommenden zwölf Monaten, zu Jahresbeginn waren es noch 19 Prozent. Und 28 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus, das ist ein Viertel mehr als wenige Monate zuvor.

BWIHK-Vize Paal fordert von der neuen Landesregierung Tempo

„Die Wirtschaft steht weiter unter massivem Druck. Die neue Landesregierung hat das erkannt und dem Thema Wirtschaft im Koalitionsvertrag oberste Priorität gegeben. Für Unternehmen kommt es jetzt aber vor allem auf die Geschwindigkeit an. Es zählt, was möglichst schnell in den Betrieben ankommt“, sagt Claus Paal, BWIHK-Vizepräsident  und Präsident der im BWIHK für das Thema Volkswirtschaft federführenden IHK Region Stuttgart. Neben dem Bürokratieabbau müsse die neue Landesregierung vor allem beim Netz- und Kapazitätsausbau sowie bei Planungs- und Genehmigungsverfahren Tempo machen. Auch steuerliche Entlastungen und bessere Bedingungen für Investitionen seien dringend notwendig.

Denn die Investitionsbereitschaft der Unternehmen bleibt zurückhaltend. Nur 19 Prozent der befragten Firmen will in Erweiterungen investieren. Geld fließt vor allem in Erhaltung und Ersatzbedarf sowie in die Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Und auch für Beschäftigte wird die Situation nicht besser. Mehr als ein Viertel der Unternehmen geht davon aus, dass die Beschäftigtenzahlen sinken.

Stimmung am Bau schon wieder eingetrübt

Allerdings ist die wirtschaftliche Entwicklung nicht in allen Branchen schlecht. Während sich die Elektrotechnik sowie die Chemie- und Pharmabranche laut BWIHK-Umfrage vergleichsweise robust entwickeln, bleibt die Lage in Teilen des Maschinenbaus, der Metallindustrie und des Fahrzeugbaus schwierig.

Auch im Baugewerbe hat sich die Stimmung nach dem positiven Jahresauftakt wieder eingetrübt. Hohe Energie-, Kraftstoff- und Materialpreise belasten die Unternehmen. Der Dienstleistungssektor bleibt insgesamt die wichtigste Stütze der Südwest-Wirtschaft, auch wenn sich auch dort die Stimmung zuletzt eingetrübt hat.

Damit stehen die Baufirmen nicht alleine. 60 Prozent aller Umfrageteilnehmer bezeichnen dies als größtes Risiko für das eigene Geschäft. Mehr sehen nur in der schwächelnden Inlandsnachfrage (65 Prozent) das größte Problem. Die Arbeitskosten folgen mit 55 Prozent (minus drei Prozentpunkte) auf Platz drei. Nur knapp dahinter liegen geopolitische Spannungen mit 54 Prozent (plus 15 Prozentpunkte) und Rohstoffpreise mit 42 Prozent der Nennungen (plus 18 Prozentpunkte). Der Nahost-Konflikt beeinträchtigt damit inzwischen direkt die heimische Wirtschaft.

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