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Maschinenbauer melden kräftiges Auftragsplus

Im baden-württembergischen Maschinen- und Anlagenbau stiegen die Auftragseingänge im August real um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
IMAGO/Michael Bihlmayer)Stuttgart . Die Südwestindustrie verlässt die Talsohle. Die wirtschaftliche Erholung sei zunehmend robust, melden die Landesstatistiker mit Blick auf die Augustzahlen. Trotz weiterhin hoher Energie- und Rohstoffpreise entwickelten sich Auftragseingänge, Produktion und Umsatz positiv.
Auslandsbestellungen wachsen um 42 Prozent
Den Trend untermauern nun die Maschinenbauer mit aktuellen Zahlen. So konnte der Auftragseingang im baden-württembergischen Maschinen- und Anlagenbau im August real um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zulegen, teilt der VDMA Baden-Württemberg mit. Die Inlandsbestellungen stiegen um 18 Prozent. Auf den Auslandsmärkten wurde sogar ein Plus von 42 Prozent verbucht. Dabei verzeichneten die Euro-Länder ein Plus von 10 Prozent, die Nicht-Euro-Länder von 54 Prozent.
Auch im weniger schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum von Juni bis August fiel die Entwicklung deutlich positiv aus. Die Auftragseingänge lagen hier um 23 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Trotz der guten Zahlen bremst Dietrich Birk, Geschäftsführer des VDMA Baden-Württemberg, die Erwartungen: „Das Auftragsplus im August ist zwar erfreulich, jedoch gilt es zu berücksichtigen, dass der Vorjahresmonat besonders schwach ausgefallen war.“ Die Aufwärtstendenz sei bei Weitem noch nicht in der gesamten Branche angekommen, betont Birk. Aktuell würden insbesondere jene Bereiche steigende Auftragseingänge melden, die vom KI-Boom profitierten.
Künstliche Intelligenz hat drei positive Effekte
Konkret können die 870 VDMA-Unternehmen in Baden-Württemberg dabei von drei Effekten profitieren: Mit dem Boom der Künstlichen Intelligenz wächst weltweit der Bedarf an Rechenleistung. Entsprechend investieren Staaten und Unternehmen Milliarden in neue Rechenzentren. Diese Anlagen benötigen Stromversorgung, Kühltechnik, Pumpen, Kompressoren, Ventilatoren, Schaltanlagen und Automatisierungstechnik. Viele dieser Komponenten stammen von Maschinenbauunternehmen.
Hinzu kommt die hohe Nachfrage in der Halbleiterindustrie, denn KI-Anwendungen benötigen leistungsfähige Chips. Damit profitieren Hersteller von Produktionsanlagen für die Halbleiterindustrie, Vakuumtechnik, Präzisionsmaschinen und Reinraumtechnik. Gerade in Baden-Württemberg gibt es zahlreiche spezialisierte Zulieferer in diesem Bereich.
Der dritte Effekt resultiert aus zusätzlichen Investitionen in Automatisierung und Robotik: Viele Industrieunternehmen setzen KI ein, um Produktionsprozesse effizienter zu machen. Dafür werden neue Maschinen, Sensoren, Robotersysteme und Software angeschafft.
Der VDMA bezeichnet KI inzwischen als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien für den Maschinenbau. Verbandschef Birk drängt jedoch auf einen „breiten Aufschwung“ in seiner Branche. Damit alle Fachzweige des Maschinen- und Anlagenbaus profitieren, seien neue Wachstumsimpulse durch politische Reformen nötig, betont er.