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Mehr Exporte aus Baden-Württemberg nach Südamerika dank Mercosur-Abkommen

Aus Baden-Württemberg wurden im ersten Halbjahr deutlich mehr Waren nach Südamerika verschifft als ein Jahr zuvor.
IMAGO/Arnulf Hettrich)Stuttgart. Die baden-württembergische Wirtschaft hat in die Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr exportiert als in den ersten sechs Monaten 2025. Der Wert der Ausfuhren ist nach Angaben des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) um 9,8 Prozent auf rund 1,24 Milliarden Euro gestiegen. Die Importe legten sogar um 14 Prozent auf gut 504 Millionen Euro zu. Die Kammern sehen darin die erste positive Wirkung des Freihandelsabkommens zwischen dem südamerikanischen Bündnis und der EU.
Für Claus Paal, Vizepräsident des BWIHK, kommen die neuen Exportmöglichkeiten zur richtigen Zeit. „Wir reden seit Jahren darüber, dass unsere Unternehmen neue Märkte brauchen. Jetzt öffnen sich Türen – dann sollten wir auch durchgehen.“
Brasilien ist das wichtigste Abnehmerland im Mersosur-Verbund
Paal warnt jedoch davor, die Zahlen überzubewerten. Da die vorläufige Anwendung des Freihandelsabkommens erst Anfang Mai begonnen habe, bildeten die Halbjahreszahlen nur die ersten Wochen unter den neuen Handelsbedingungen ab. „Zwei Monate machen noch keinen Trend. Aber die Richtung stimmt“, resümiert der BWIHK-Vize.
Mit Abstand wichtigster Mercosur-Markt für Baden-Württemberg ist Brasilien: Rund 82 Prozent der Südwest-Exporte in die vier Staaten gingen im ersten Halbjahr dorthin. Die Ausfuhren nach Brasilien stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Auch die Exporte nach Argentinien legten um 9,3 Prozent zu.
Nur ein Prozent aller Exporte geht in die vier südamerikanischen Länder
Allerdings ist die Bedeutung der Mercosur-Länder noch sehr niedrig. In sie gehen bislang lediglich rund ein Prozent der gesamten baden-württembergischen Exporte. Für Paal ist das noch zu wenig. „Ein Prozent Exportanteil zeigt vor allem eines: Da geht noch was,“ erklärt der BWIHK-Vize. Mercosur werde nicht von heute auf morgen unsere großen Absatzmärkte ersetzen. Paal weiter: „Entscheidend ist, dass wir unsere Exportwirtschaft auf mehr starke Beine stellen. Wer Abhängigkeiten reduzieren will, braucht Alternativen – und genau die müssen wir uns jetzt erschließen.“