Themen des Artikels

Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen

Materialverbrauch

Wie Abfälle auf Baustellen reduziert werden können

Auf Baustellen fällt durch Verpackung, Verschnitt und andere Ursachen auch in der Bauphase große Mengen von Abfall an. Wie diese reduziert werden können, haben Forscher der TU Braunschweig untersucht.
Oranger Container voller Bauschutt und Abfall, im Freien.

Auf Baustellen wird Abfall oft zu wenig getrennt haben Braunschweiger Forscher herausgefunden.

dpa/Florian Schuh)

Braunschweig/Stuttgart. Nicht erst beim Abbruch von Gebäuden entsteht in großem Umfang Abfall, der aufbereitet oder entsorgt werden muss. Auch im Bauprozess selbst fällt Abfall in größeren Mengen an. Eine Studie der Technischen Universität Braunschweig zeigt nun, welche Abfallmengen bei typischen Hochbau‑Produkten anfallen und wie sich diese reduzieren lassen.

Die Braunschweiger Forscher untersuchten ein halbes Jahr lang zehn verschiedene Baustellen. Betrachtet wurden unter anderem Trockenbauwände, Hohlraumböden sowie Heiz- und Kühldecken. Wie viel Abfall bei den drei Baustoffen anfiel, haben die Wissenschaftler durch Wiegen ermittelt.

Verpackung und Verschnitt als größte Abfallquellen

Bei Heiz- und Kühldecken fällt mit 785 Kilogramm auf 100 Quadratmetern Anwendungsfläche der meiste Abfall an. Der Großteil (760 Kilogramm) entfällt dabei auf Verpackungen, während der Verschnitt kaum ins Gewicht fällt. Bei Trockenbauplatten ist das Verhältnis umgekehrt. Da macht der Verschnitt mit 405 Kilogramm den größten Teil aus, während Verpackung nur 47 Kilogramm beisteuert.

Vergleichsweise am wenigsten Müll fällt bei Hohlraumbodensystemen an, für die die Forscher insgesamt 158 Kilogramm ermittelt haben. Bei allen drei Baustoffarten kommen noch sonstige Abfälle hinzu, die aber nicht exakt beziffert werden. Diese können durch Transport- und Lagerschäden oder auch die Beseitigung von Baumängeln anfallen, weil falsch verbautes Material beseitigt werden muss.

Bundesinstitut sieht Hersteller in der Pflicht

Beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), das die Studie gefördert hat, sieht man die Baustoffhersteller in der Pflicht. „Rücknahmesysteme der Hersteller können dazu beitragen, Transport- und Verpackungsmaterial sowie nicht benötigte Bauprodukte und Materialien wiederzuverwenden und Restmengen möglichst hochwertig zu recyceln“, sagt BBSR-Experte Daniel Wöffen. (jüs)

Nutzen Sie die Vorteile unseres

Premium-Abos. Lesen Sie alle Artikel aus Print und Online für

0 € 4 Wochen / danach 219 € jährlich Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Baden-Württemberg Jetzt abonnieren

Lesen Sie auch