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Digitales Verwaltungsmanagement

Wie digitale Verwaltung heute in Ludwigsburg studiert wird

Das Studienfach „Digitales Verwaltungsmanagement“ soll auf die Herausforderungen der Verwaltung von morgen vorbereiten. Volkmar Mrass, Professor an der Hochschule Ludwigsburg, sieht darin zugleich eine Chance für Kommunen.
Laptop mit Ordnern auf dem Bildschirm, umgeben von digitalen Symbolen.

Wer Digitales Verwaltungsmanagement studiert, soll künftig die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung voranbringen.

Adobe Stock/Suelzengenappel)

Ludwigsburg. Im öffentlichen Dienst brauche es sehr gute Leute. Dieser Meinung ist Volkmar Mrass, Professor für Digitales Verwaltungsmanagement an der Verwaltungshochschule in Ludwigsburg (HVF): „Bürger brauchen eine funktionierende Verwaltung. Sonst kommt unsere Demokratie weiter unter Druck.“ Um das in Zukunft gewährleisten zu können, brauche man Leute wie die Studierenden der Hochschulen Ludwigsburg und Kehl.

Digitalisierung im öffentlichen Dienst schreitet voran

Der Studiengang Digitales Verwaltungsmanagement forciere die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung. Dabei können die Studierenden bereits im Studium knapp elf Monate Praxiserfahrung sammeln. In individuellen Digitalisierungsprojekten helfen die zukünftigen Beamten ihren Ausbildungsstellen und Kommunen die „große Aufgabe der Digitalisierung – die immer noch viel Anstrengung, Kraft und Effort erfordert – besser und leichter zu meistern“, so Mrass. Dafür bewerben sich die Studienanwärter nicht nur bei der HVF, sondern auch bei den potenziellen Ausbildungsstellen.

„Die Studierenden haben eine Brückenfunktion, eine Übersetzerfunktion“, sagt Mrass. Sie verstünden sowohl etwas von IT als auch von Recht, was in der Verwaltung wichtig sei. Der Studiengang sei an der Schnittstelle angesiedelt. Absolventen profitierten auch von ihren Kenntnissen im Management: „Das sind wichtige Voraussetzungen, um zum Beispiel Projekte in Kommunen steuern zu können“, so Mrass.

Der Studiengang wird seit 2020 angeboten, es gibt also bisher drei Jahrgänge, die ihn bereits abgeschlossen haben. Rückmeldungen von Absolventen fallen positiv aus, sagt Mrass: „Ich glaube, der Studiengang ist auf einem guten Weg, er hat sich etabliert.“

Momentan gibt es sowohl in Ludwigsburg als auch in Kehl je 25 Studienplätze pro Jahrgang. An der HVF gebe es derzeit etwa genauso viele Studienplätze wie Ausbildungsstellen: „Wir freuen uns über jede Kommune, die sagt, sie möchte gerne gemeinsam mit uns junge Menschen ausbilden“, sagt Mrass. Landkreise und Kommunen im Land, die Interesse haben, könnten künftig als Ausbildungspartner fungieren.

Interessierte Kommunen müssten in den jeweiligen Behörden eine fachliche Betreuung sicherstellen, profitieren jedoch zugleich von der Arbeit der Studierenden. In der Vergangenheit sind bereits Abschlussarbeiten zu Themen wie der strategischen Ausrichtung einzelner Landratsämter, Führungskräftekommunikation oder kommunalen Konzepten – etwa einem KI-basierten Chatbot – entstanden. Einige dieser Arbeiten haben es sogar auf den Tisch des einen oder anderen Landrats geschafft: „Bei den Abschlussarbeiten haben die Stellen die besonders intensive Chance, einen Mehrwert zu bekommen und die Studierenden in Aktion kennenzulernen, um spätestens jetzt final zu entscheiden, ob sie sie übernehmen wollen“, so Mrass.

Absolventen sollen für Zukunft gewappnet sein

Nach Abschluss des Studiums sollen die Absolventen die Digitalisierung auf allen Verwaltungsebenen in Baden-Württemberg voranbringen. Zwar liegt der Fokus auf Gemeinden, Städten und Landkreisen, aber auch andere Institutionen wie Regierungspräsidien, Sicherheitsbehörden, die Cybersicherheitsagentur des Landes oder Ministerien sind mögliche Arbeitsplätze. Um die Studierenden möglichst umfassend auf die künftigen Herausforderungen vorzubereiten, legt Mrass zudem einen besonderen Schwerpunkt auf Cybersicherheit.

Mit diesem Thema hat er sich zuletzt auch in einer Publikation beschäftigt: „Unsere Studierenden sollen eine Affinität für die Prävention von Cyberattacken entwickeln“, sagt Mrass. Die öffentliche Verwaltung sei in diesem Bereich in den vergangenen Jahren zunehmend unter Druck geraten, da die Zahl der Angriffe steige. Entsprechend sollen die Studierenden lernen, ihre Kommunen oder Kreisverwaltungen darauf vorzubereiten: „Es gibt diesen bösen Spruch: Es ist nicht die Frage, ob, sondern nur die Frage, wann.“

Zur Person

Volkmar Mrass ist seit 2022 Inhaber der Professur für Digitales Verwaltungsmanagement an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg. Zuvor hat er Wirtschaftswissenschaften sowie BWL und Management studiert und promovierte im Bereich Wirtschaftsinformatik. Er hat unter anderem Forschungsaufenthalte an Universitäten in Indien, China, den USA und der Schweiz absolviert.

„Wir freuen uns über jede Kommune, die sagt, sie möchte gerne gemeinsam mit uns jungen Menschen ausbilden“, sagt Volkmar Mrass, Professor für Digitales Verwaltungsmanagement.
Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg)

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