Themen des Artikels
Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen
Donaueschinger Klinik muss schließen, Mosbacher Krankenhaus bleibt

Wo es noch Krankenhausbetten geben wird und wo nicht ändert sich aktuell im Land Baden-Württemberg sehr schnell.
Manuel Kamuf)Villingen-Schwenningen/Mosbach. Die Krankenhauslandschaft ändert sich rapide. In Donaueschingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) wird es nach einem Kreistagsbeschluss zur Schließung eines 250-Betten-Hauses kommen. Damit will die breite Mehrheit von 49 zu drei Stimmen das Klinikum in Villingen-Schwenningen zum zentralen Krankenhaus der Schwarzwald-Baar-Klinik entwickeln.
Neuer Anbau bestimmt die Schließung
Das Enddatum des Klinikbetriebs ist unklar. Bis ein Krankenhausanbau in Villingen-Schwenningen fertig ist, bleibt die Dependance in Betrieb. Das könne bis zu sechs Jahren dauern, so das Klinikum. Grund für die Schließung ist der defizitäre Betrieb. Durch die Konzentration ließen sich in zehn Jahren Kosten von 77 Millionen Euro sparen, so ein Gutachten. Dann sollen alle 1000 Betten in Villingen-Schwenningen stehen. Von den 3300 Beschäftigen arbeiten 400 in Donaueschingen.
Ein weiteres Gutachten hat die Defiziterwartung bestätigt. Trotzdem kommen im südlichen Kreisgebiet die Schließungspläne nicht gut an. Der Gemeinderat Donaueschingens weist in einer Resolution auf die Risiken hin, so könnten die erwarteten Baukosten von 95 Millionen steigen, die bis zu 70 Prozent förderfähig sein sollen. Die Personalsituation an der Donaustadt könne sich nach der Schließungsankündigung verschlechtern. Bürgermeister von sechs Kommunen aus dem südlichen Kreisgebiet fordern finanzielle Zusagen für die medizinische Versorgung nach dem Krankenhausende.
Im Neckar-Odenwald-Kreis dagegen bleibt alles beim Alten, obwohl die Neckar-Odenwald-Kliniken in Buchen und Mosbach 2025 ein Defizit von zwölf Millionen Euro einfuhren. Dort gab es Diskussionen, den Standort Mosbach abzuspecken. Das Krankenhaus sollte laut Landratsamt eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung werden. Ein medizinisches Versorgungszentrum könnte die Haus- und Facharztsituation verbessern. Das Defizit sei so auf bis zu zwei Millionen Euro zu reduzieren. Dafür hatte sich Landrat Achim Brötel (CDU) stark gemacht, allerdings konnte er die Mehrheit der Kreisräte nicht überzeugen.
Stadtort- und Stellengarantie für defizitäre Kliniken
Die stimmte für eine Standort- und Stellengarantie der beiden Häuser, wie sie in einem fraktionsübergreifenden Antrag der CDU, Grünen, SPD und Freien Wähler vorschlägt. Nach einer Infokampagne sollen nicht mehr nur knapp die Hälfte der 156 000 Kreisbewohner das Klinikum nutzen, sondern 60 Prozent. Weniger Defizite erhoffen sich die Räte auch von Sofortmaßnahmen, mit denen das Gutachten Einsparungen vorschlägt. Die Garantie soll bis 2029 gelten; derweil soll die Diskussion über neue Strukturen weitergehen.