Themen des Artikels

Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen

Mit Führungen und Vorträgen

15 ungewöhnliche Orte am „Tag des offenen Denkmals“

Von der historischen Fähre auf dem Bodensee bis zum Eiskeller in Markgröningen: Diese Denkmäler erzählen spannende Geschichten aus Technik und Alltag.
Kleines weißes Haus mit rotem Dach, Blumen in Kästen, Hausnummer 13.

Das Brennhaus der Weilergemeinschaft Rüdern, das 1775 zum ersten Mal erwähnt wurde. Es kann beim Tag des offenen Denkmals am 13. September innen besichtigt werden.

dpa/Bernd Weißbrod)

Stuttgart. Wer am „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonntag (13.09.) in Baden-Württemberg auf Entdeckungstour geht, muss nicht zwingend vor einer Burg oder einem Schloss stehen. Wie wäre es mit einem Atombunker unter einer Schule, einer historischen Fähre auf dem Bodensee oder einer ehemaligen Rechenmaschinenfabrik? Es öffnen auch Orte ihre Türen, an denen sonst niemand einfach vorbeischaut – und sie erzählen Geschichten über Technik, Alltag und die Menschen, die das Land geprägt haben.

Eine Auswahl:

1. Ehemalige Tabakfabrik Karlsruhe -Grünwinkel

Sie besteht aus Gebäuden unterschiedlicher Bauzeiten und dokumentiert die Entwicklung des Standorts als ehemalige Bau- und Kunsttischlerei sowie als Produktionsstätte für Rohtabak. Die historischen Sheddachhallen in Sägezahnform und die Direktorenvilla von 1910/1911 sind nur bei Führungen zu sehen. Sie zeigen den Wandel eines Industrieareals. Wer sie sehen möchte, muss sich vorher anmelden (bis 11.09.).

2. Bahnpost und Bunker am Karlsruher Hauptbahnhof

Die Anlage verbindet zwei Infrastrukturen, die man an diesem Ort nicht unbedingt gemeinsam erwartet: die frühere Bahnpost und einen Schutzraum. Das Denkmal ist ausschließlich im Rahmen einer Führung zugänglich. Sie beginnt am Sonntag, 13. September, um 9.30 Uhr vor dem Eingang des Ibis-Hotels in der Poststraße. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

3. Wasserschlössle in Überlingen

Hinter dem Namen verbirgt sich kein Schloss, sondern ein ehemaliger Wasserhochbehälter aus dem Jahre 1901. Das Besondere daran: Das Portal aus Naturstein sieht aus wie ein Schloss aus dem Mittelalter mit zwei runden Türmen links und rechts vom Portal. Das technische Denkmal kann von außen und innen besichtigt werden. Erklärungen zur historischen Funktion und zur Sanierung gibt es jeweils um 14.30, 15.30, 16.30 und 17.30 Uhr. Geöffnet ist das Wasserschlössle von 14.00 bis 18.00 Uhr.

4. Altes Volksbad Neckarstadt in Mannheim

Das Bad steht für fast 100 Jahre Badegeschichte. 55 Bade- und Duschkabinen sind im Keller des 1931 im Stil des Neuen Bauens errichteten Fürsorgeamtes zu sehen. Bis Ende 1988 konnte auch noch gebadet werden. Besucher können die Ausstellung in den ehemaligen Badekabinen besichtigen und in Bereiche schauen, die im regulären Kulturbetrieb nicht zugänglich sind. Das Volksbad ist von 12.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Auch das Herschelbad, ein Jugendstilbau und das älteste und größte Hallenbad Mannheims, ist geöffnet (10.00 bis 16.00 Uhr).

5. Ehemaliges Schafhaus in Kraichtal

In dem früheren landwirtschaftlichen Gebäude ist eine Ausstellung zur Geschichte der Telefon- und Telegrafentechnik zu sehen. Gezeigt werden unter anderem öffentliche Fernsprecher, Telegrafengeräte, Telefonanlagen und historische Vermittlungstechnik. Das Schafhaus, in dessen ursprünglich offenem Erdgeschoss einst Schafe überwinterten, ist von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet; Führungen gibt es nach Bedarf.

6. Bodan-Werft in Kressbronn

Die Bodan-Werft war zwischen 1919 und 2011 der wichtigste Werftstandort am Bodensee. Ein Großteil der Fahrgast- und Fährschiffe für den See wurde dort gebaut. Heute steht sie für die industrielle Geschichte der Region und den Schiffbau am See. Bei einer Führung am Sonntag um 11.00 Uhr können Besucher das Kulturdenkmal kennenlernen (Anmeldung bei Tourist-Information Kressbronn bis 11.9.).

7. Historische Fähre „Konstanz“

Die Fähre von 1928 ist selbst ein schwimmendes Denkmal, sie gilt als erste Automobilfähre auf dem Bodensee und älteste Binnenseeautomobilfähre Europas. Vereinsmitglieder führen durch die restaurierten Deckaufbauten und erklären die Schiffstechnik. Außerdem sind um 12.30 und 15.30 Uhr einstündige Ausfahrten vorgesehen. Das Schiff liegt am Konzilsteg im Konstanzer Hafen; geöffnet ist es von 12.00 bis 18.00 Uhr.

8. Ehemalige Rechenmaschinenfabrik Thales in Rastatt

In der früheren Fabrik geht es um die Produktion historischer Rechenmaschinen. Zwischen 1914 und 1965 wurden hier Rechenmaschinen für den internationalen Vertrieb hergestellt. Die Räume können von 13.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden; persönliche Führungen beginnen um 13.30 und 15.30 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht vorgeschrieben, wird wegen der begrenzten Platzverhältnisse aber empfohlen.

9. Ehemaliges Salzmagazin der Saline Clemenshall

Für den Bau des historischen Salzmagazins in Offenau zu Beginn der 1820er Jahre wurde das noch erhaltene Holz der zuvor abgebrochenen Gradierwerke genutzt – ein anschauliches Beispiel historischer Materialwiederverwendung. Es ist nur im Rahmen kurzer Führungen zugänglich. Die Gruppen mit maximal zehn Menschen starten am Nachmittag im Abstand von 20 Minuten. Wer teilnehmen möchte, muss sich vor Ort an der Kuchentheke für eine Führung anmelden.

10. Hohenzollernzug in Weissach

Der denkmalgeschützte Zug gehört zu den seltenen historischen Eisenbahnensembles des Landes. Er besteht aus Eisenbahnfahrzeugen aus der Zeit zwischen 1900 und 1928. In Weissach öffnet die Gesellschaft zur Erhaltung historischer Schienenfahrzeuge ihren Lokschuppen, außerdem sind weitere Fahrzeuge im Außenbereich zu sehen. Geöffnet ist von 11.00 bis 18.00 Uhr. Zusätzlich fährt am selben Tag der Dampfzug „Feuriger Elias“ zwischen Weissach und Korntal.

11. Hohle Fels bei Schelklingen

Die Höhle ist ein bedeutender archäologischer Fundort der Eiszeit. Bei archäologischen Grabungen stieß man hier auf die älteste plastische Menschendarstellung und das älteste Musikinstrument der Welt. Zum Denkmaltag gibt es Führungen, Vorträge und Mitmachaktionen. Ein Bus-Infoshuttle verbindet den Hohle Fels mit dem Welterbeort Steinzeitdorf Ehrenstein in Blaustein. Für den Shuttle wird wegen der begrenzten Plätze eine vorherige Anmeldung empfohlen.

12. Ehemaliger Atombunker in Tübingen

Unter dem Carlo-Schmid-Gymnasium liegt ein ehemaliger Schutzraum aus der Zeit des Kalten Krieges. Bei den 90-minütigen Führungen um 10.30 und 13.00 Uhr können Besucher den Bunker erkunden und mehr über seine Funktion erfahren. Der Zugang ist nur mit Anmeldung möglich.

13. Eiskeller und Bunker in Markgröningen

Der Ort erzählt zwei sehr unterschiedliche Geschichten unter der Erde: Der Eiskeller diente einst den örtlichen Brauereien und Metzgereien zur Kühlung von Bier und Fleisch. 1944 wurde er zum Luftschutzbunker umgebaut. Führungen finden um 12.15 und 17.15 Uhr statt. Der Zutritt ist nur mit kostenloser Eintrittskarte möglich; diese werden ab 11.20 Uhr am Informationsstand auf dem Kirchplatz ausgegeben.

14. Historisches Brennhaus in Esslingen

In der denkmalgeschützten Schnapsbrennerei treffen historische Architektur und moderne Destillationstechnik aufeinander. Hier wurde fast 200 Jahre lang Obst verarbeitet. Besucher erfahren, wie regionales Streuobst zu Edelbränden verarbeitet wird, und erhalten Einblicke in die handwerkliche Brennkunst. Das Brennhaus ist von 12.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

15. Alemannenbad Staufen

Das Freibad wurde 1893 angelegt und gilt als selten erhaltenes Beispiel historischer Badekultur. Neben den Führungen um 14.00 und 16.00 Uhr kann am Denkmaltag sogar gebadet werden: Der Badebetrieb ist von 9.00 bis 20.00 Uhr möglich. Das Denkmal selbst ist von 14.00 bis 17.00 Uhr für das Programm geöffnet. (dpa/lsw)

Nutzen Sie die Vorteile unseres

Premium-Abos. Lesen Sie alle Artikel aus Print und Online für

0 € 4 Wochen / danach 219 € jährlich Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Baden-Württemberg Jetzt abonnieren

Lesen Sie auch