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Akten bei Staatsanwaltschaften im Land häufen sich weiter

In den ersten sechs Monaten des Jahres haben die Ermittler in Baden-Württemberg fast 295.700 neue Verfahren registriert.
IMAGO/wolterfoto)Stuttgart. Auf den Schreibtischen der baden-württembergischen Staatsanwaltschaften stapeln sich die unerledigten Fälle. Einer Umfrage der Deutschen Richterzeitung bei den Landesjustizministerien zufolge waren zum Stichtag Ende Juni landesweit noch mehr als 81.800 Verfahren offen – und damit deutlich mehr als im Vergleich zum Vorjahr. 2025 waren Ende Juni noch rund 76.750 Fälle nicht abgearbeitet.
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So sieht der bundesweite Trend aus
Bundesweit sind die Unterschiede teils gravierend. Besonders viele zusätzliche unbearbeitete Fälle erfasste der Richterbund der Umfrage zufolge in Schleswig-Holstein. Dort stieg die Zahl der offenen Verfahren demnach zwischen Juni 2025 und Juni 2026 um gut 43 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern ging deren Zahl um knapp 40 Prozent nach oben. Weniger offene Verfahren als Mitte 2025 vermeldete Mitte 2026 lediglich die Justiz in Rheinland-Pfalz.
„Den Strafverfolgern steht die Verfahrensflut bis zum Hals“, sagte Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes (DRB). Die Landesregierungen müssten konsequent gegensteuern. „Die Politik droht weiteres Vertrauen bei den Menschen einzubüßen, wenn sich der Eindruck einer Strafverfolgung nach Kassenlage verfestigt“, warnte Rebehn.
Ministerium sieht Anstiege bei Geldwäsche
Während die Staatsanwaltschaften versuchen, die angehäuften offenen Verfahren zu erledigen, sammeln sich Tag für Tag zahllose neue Fälle an. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres haben die Ermittler in Baden-Württemberg fast 295.700 neue Verfahren gegen namentlich bekannte Tatverdächtige registriert. Im gesamten vergangenen Jahr gab es etwa 582.250 Verfahrenseingänge und damit etwas weniger als 2024.
Justizminister Moritz Oppelt (CDU) sagte, die Eingänge bei den Staatsanwaltschaften lägen seit Jahren auf einem hohen Niveau. „Anstiege können wir aktuell vor allem im Bereich der Geldwäsche, Verkehrsstraftaten und Körperverletzungsdelikten feststellen.“
Die gute Nachricht sei, dass die Erledigung der Fälle Schritt halte in Baden-Württemberg. „Auch in den letzten Monaten haben die Staatsanwaltschaften mehr abgearbeitet als neu dazugekommen ist“, sagte Oppelt. Laut Ministerium wurden im ersten Halbjahr gut 297.800 Fälle erledigt. „Dabei ist wichtig zu betonen, dass unsere Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, die Fälle nicht einfach irgendwie erledigen, sondern konsequent verfolgen.“ 2025 sein in fast 20 Prozent der Fälle Anklage erhoben oder ein Strafbefehl erlassen – laut Ministerium deutlich häufiger als im Bundesvergleich. (dpa/lsw)