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Karrieremesse in Ludwigsburg: Kontakte knüpfen trotz Jobflaute

Die kommunalen Haushalte sind leer, die Stellen in der öffentlichen Verwaltung knapp. Umso wichtiger werden Jobmessen, zeigt die Karrieremesse des Staatsanzeigers in Ludwigsburg.
Menschen in einer Halle sprechen mit Ausstellern an gelben Infoständen.

Auf der Karrieremesse kommen Studierende mit Ausstellern ins Gespräch.

Staatsanzeiger/Cornelia Lindenberg)

Ludwigsburg. Es gibt nichts schönzureden. Der Jobmarkt in der öffentlichen Verwaltung sah schon einmal besser aus als in diesem Jahr. Das wissen alle, die am Dienstagmorgen zur Karrieremesse des Staatsanzeigers ins Ludwigsburger Forum am Schlosspark gekommen sind. Im Gespräch mit Studierenden und Ausstellern zeigt sich aber schnell: Dass es wenige Stellen gibt, heißt nicht automatisch, dass der Besuch der Messe überflüssig geworden ist – im Gegenteil .

„Gerade weil so wenige Stellen offen sind, ist es doch gut, besonders viele Eindrücke zu bekommen“, sagt Vanessa Weinhardt. Sie studiert Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg, so wie die große Mehrheit der Messebesucher. Für die Studierenden im letzten Semester des Studiengangs ist der Besuch sogar verpflichtend.

Studierende schätzen den Blick hinter die Kulissen

Vanessa Weinhardt hat ihren Studienschwerpunkt im Bereich Personal, zur Messe kommt sie vorbereitet: Beim Regierungspräsidium Karlsruhe hat sie vorab eine interessante Stelle gesehen. Deshalb geht sie auch gezielt zu dem Stand und spricht die Mitarbeiterinnen auf die Anzeige an. „Sie haben mir dann detailliert erklärt, worum es bei der Stelle geht und auch mehr Informationen gegeben, als in der Anzeige standen“, sagt Weinhardt. „Außerdem ist es hilfreich, wenn die Personalerinnen einen schon kennen, wenn sich doch mal eine Stelle auftut, auf die man sich bewirbt.“

Den Blick hinter die Kulissen schätzt auch Weinhardts Kommilitone Tony Weidel. „Ich hätte vorher nicht gedacht, dass das so wichtig ist und man so viel mitbekommt“, sagt er. Als Beispiel nennt er den Stand der Stadt Pforzheim , wo Windfächer in Regenbogenfarben ausliegen. „Es sagt etwas über die Verwaltung aus, wenn sie LGBTQ-Personen so öffentlich unterstützt. Darüber sind wir dann ins Gespräch gekommen.“

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Einen Seitenwechsel hat Sarah Rettenmaier hinter sich, die einen Gang weiter beim Stand der Stadt Stuttgart steht. Im vergangenen Jahr war sie noch als Studentin auf der Messe, jetzt arbeitet sie als Personalreferentin bei der Landeshauptstadt. „Ich nehme die Stimmung in diesem Jahr schon als ein bisschen angespannter wahr“, sagt sie. „Mittlerweile stellen viele die Einstiegsfrage, ob es überhaupt freie Stellen gibt.“

Bei den Stuttgartern unterscheidet sich die Antwort je nach Aufgabenbereich. „In Feldern wie der Ordnungsverwaltung oder der Sozialverwaltung schreiben wir immer noch fast wöchentlich aus, im Personalbereich derzeit eher selten“, sagt Rettenmaiers Kollegin Jule Radtke. Das heißt aber nicht, dass es für die Aussteller keine Relevanz mehr hat, auf der Messe zu sein. „Für das Branding ist es nach wie vor wichtig, hier zu sein“, sagt Sarah Rettenmaier. „Und die finanzielle Situation ändert sich hoffentlich ja auch wieder, dann ist es natürlich gut, wenn man schon einmal Kontakte geknüpft hat.“

Für die Aussteller ist Präsenz entscheidend

Das sehen die Aussteller an den anderen Ständen ganz ähnlich. „Für uns ist nicht entscheidend, dass wir hier an jeder Hand mit drei Leuten rausgehen und alle offenen Stellen besetzt haben“, sagt Dana Ersinger von der Autobahn GmbH, also einem auf den ersten Blick eher fachfremden Unternehmen. „Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, was für ein Unternehmen wir sind. Dass wir eben nicht nur aus den Autobahnmeistereien bestehen, sondern ein breites Portfolio an Stellen haben, auch in der Verwaltung.“

Wer gerade tatsächlich offene Stellen hat, hängt diese am Schwarzen Brett im Eingangsbereich des Forums auf. Dort steht auch Eva Bochinger, ebenfalls Studentin an der Verwaltungshochschule. Bis März geht ihr Studium noch, es wird also langsam Ernst mit der Stellensuche. „Es war gut, heute zu sehen, wie viele Optionen es wirklich gibt“, sagt sie. „Und einige Aussteller haben auch gesagt, dass ab Oktober doch noch ein paar Stellen reinkommen.“

Staatsanzeiger Karrieremessen

Die Karrieremessen des Staatsanzeigers in Stuttgart, Ludwigsburg und Kehl bringen Verwaltungen, Institutionen und öffentliche Betriebe mit Menschen zusammen, die ihre berufliche Zukunft im öffentlichen Dienst gestalten wollen. Dabei setzt jede Messe eigene Schwerpunkte. Der nächste Termin ist am 13. Oktober in Kehl, am 26. Februar 2027 kommt die Karrieremesse erstmals nach Stuttgart. Mehr Infos gibt es hier .

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