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Stuttgarter Flughafen rüstet bei der Drohnenabwehr auf

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und seine baden-württembergische Amtskollegin Nicole Razavi haben in Stuttgart ein neues Drohnenerkennungssystem am Flughafen in Betrieb genommen.
Jürgen Schmidt)Stuttgart. Am Stuttgarter Flughafen ist am Montag ein Erkennungssystem für Drohnen in Betrieb genommen worden. Stuttgart ist damit der siebte deutsche Flughafen, der mit einer solchen Technik ausgestattet wurde, erklärte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger am Flughafen. Das Haus des CDU-Politikers ist für das System zuständig, weil die Anlage bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) angesiedelt ist, einer 100-prozentigen Tochter des Bundes.
Flughafen war bisher auf Sichtungen angewiesen
Zeitgleich wurde am Montag auch eine Drohnendetektionsanlage in Hamburg in Betrieb genommen. Der Flughafen Halle/Leipzig soll im Laufe der Woche folgen. Damit seien die wichtigsten deutschen Flughäfen gegen Drohnen abgesichert.
Um Drohnen über dem Flughafen und seiner unmittelbaren Umgebung zu erkennen, zeichnen Sensoren, die in vier neu errichteten Masten verbaut sind, Flugbewegungen auf und können aus den Daten die Art des Flugobjekts erkennen, erklärte der Chef der Flughafen-Betreibergesellschaft, Ulrich Heppe. Zudem lässt sich damit auch der Drohnenpilot lokalisieren.
Bisher lief die Drohnenüberwachung weitgehend analog. Warnungen kamen von Privatpersonen oder auch Piloten. Und aus dem Tower wurde der Flughafenbereich mit Feldstechern kontrolliert, wie Bilgers Südwest-Amtskollegin Nicole Razavi (CDU) bei einem Besuch vor Kurzem im Tower erfahren hat.
Ab 2027 sollen Drohnen abgewehrt werden können
Doch dies sei fehleranfällig, vor allem die Meldungen aus der Bevölkerung hätten häufig blinden Alarm ausgelöst, erklärte Heppe. So habe es beim Abheben eines Senkrechtstarters auf dem militärischen Teil des Flughafens zahlreiche besorgte Anrufe gegeben.
Razavi verwies darauf, dass die nun genutzte Technik nur eine Übergangslösung sei. Das künftige System soll die Fluggeräte und deren Steuermänner nicht nur erkennen, sondern auch in der Lage sein, die Drohnensteuerung zu übernehmen und diese sicher zu landen. Dafür ist dann aber nicht mehr die DFS zuständig, sondern die Bundespolizei und politisch nicht das Verkehrs-, sondern das Innenministerium. Derzeit laufe das Ausschreibungsverfahren, erklärte Heppe. Im kommenden Jahr solle das neue System dann voraussichtlich in Stuttgart installiert werden.
Nur wenige Zwischenfälle registriert
Stuttgart ist bislang noch nicht stark von Zwischenfällen mit Drohnen betroffen. Laut Geschäftsführer Ulrich Heppe gab es im vergangenen Jahr elf Warnungen, zwei davon seien als konkrete Bedrohung eingestuft worden. In diesem Jahr wurden bis August acht Fälle registriert, zwei davon als ernst. Von Bedrohungen spricht man beim Flughafen-Betreiber, wenn die Drohne innerhalb des umzäunten Areals geortet wird.