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Schusswechsel am Tuttlinger Rathaus: OB will weiter offenes Gebäude

Ein Absperrband der Polizei markiert den abgesperrten Bereich zu einem Schusswechsel in einer Fußgängerzone nahe dem Tuttlinger Rathaus.
dpa/Roland Sprich)Tuttlingen. Nach dem Schusswechsel im Bereich des Rathauses von Tuttlingen setzt sich Oberbürgermeister Michael Beck (CDU) weiterhin für einen leichten Zugang zum Gebäude für die Bürger ein. „Über all die Jahre waren wir immer ein offenes Rathaus“, erklärte Beck. Dies sei für ihn ein „Zeichen von Bürgernähe, Demokratie und Transparenz“ und solle auch künftig so sein. Allerdings werde man überprüfen, wie man das Konzept so optimieren könne, dass „eine gute Balance aus Sicherheit und Offenheit“ möglich sei.
Ein 27-jähriger Mann war am Donnerstagmittag mit einer Pistole in der Hand im Bereich des Gebäudes aufgefallen. Hinzugerufene Polizeikräfte entdeckten ihn schließlich im Innenhof des Gebäudes. Laut Landeskriminalamt eröffnete er unmittelbar das Feuer auf die Beamten. Die Polizisten hätten daher von ihren Schusswaffen Gebrauch machen müssen. Der Mann sei getroffen worden und trotz Reanimationsversuchen noch vor Ort gestorben. Polizeibeamte wurden nicht verletzt. Wie viele Schüsse die Polizisten feuerten, ist noch nicht bekannt.
Hilfsangebot für städtische Mitarbeiter
Nach Angaben der Stadt arbeiten rund 300 Personen in dem Gebäude. Für Mitarbeitende, die Zeuge des Geschehens geworden waren, wurde eine psychologische und seelsorgerische Betreuung angeboten, wie die Kommune mitteilte. „Mehrere hatten von der Stadtwache oder auch von den Büros entlang der Helfereistraße die tödlichen Schüsse aus nächster Nähe beobachtet.“
Oberbürgermeister Beck dankte den Einsatzkräften für ihr rasches Handeln. Die Polizisten mussten „in Sekundenbruchteilen über Leben oder Tod entscheiden“, teilte die Kommune weiter mit. Bei dem 27-jährigen Schützen handelt es sich den Angaben zufolge um einen Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit, der in Tuttlingen wohnte. Er sei bereits in der Vergangenheit polizeilich in Erscheinung getreten. Weswegen er der Polizei bekannt gewesen ist, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Weshalb sich der Mann mit einer Pistole am Rathaus aufhielt, ist bislang ebenfalls ungeklärt. (dpa/lsw)