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Exzellenzgymnasium in Bad Saulgau setzt auf gezielte MINT-Förderung

Pro Jahrgang nimmt das Exzellenzgymnasium in Bad Saulgau bis zu 64 Jugendliche auf. (Symbolfoto)
zerocreatives/Imago Images)Bad Saulgau. Mit einem „Quicktest“ online können interessierte Jugendliche ausprobieren, was sie in der Begabtenförderung in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik sowie Wirtschaft und Technik erwartet. Ab der Klassenstufe zehn wird hier seit Schuljahresbeginn unterrichtet. „Zum ersten Mal“, wirbt das Gymnasium für sich, „haben alle Schülerinnen und Schüler im Land Zugang zu einer solchen Spitzenförderung.“ Das Angebot mit Internat richte sich an Jugendliche mit besonderen MINT-Interessen , überdurchschnittlichen Leistungen und „sozialen Kompetenzen, die für das Zusammenleben und den anspruchsvollen Bildungsgang wichtig sind“.
„Gezielte Förderung für MINT-Talente am Exzellenzgymnasium“
Im Blick haben hiesige Bildungspolitiker diese Interessen schon seit mehr als drei Jahrzehnten. Kultusministerin Annette Schavan (CDU) genehmigte dem Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach die erste Erprobung eines neuen Profilfachs „Naturwissenschaft und Technik“. Seither sieht sich das Land als Vorreiter der MINT-Bildung, gerade mit Blick auf den einschlägigen Fachkräftemangel und die Wettbewerbsfähigkeit in Wirtschaft und Wissenschaft. „Wir brauchen die besten Köpfe“, sagte Kultusminister Andreas Jung (CDU) bei der nachgeholten Eröffnung zu Wochenbeginn in Bad Saulgau. Nur wenn das Land bei Technologie und Innovation weiter an der Spitze stehe, „bleiben wir die starke Wirtschaftskraft im Süden“.
Vernetzung von Schule, Wissenschaft und Wirtschaft
Pro Jahrgang nimmt das Exzellenzgymnasium bis zu 64 Jugendliche auf. Nach drei Jahren steht das reguläre baden-württembergische Abitur an. Als „besondere Stärke“ wird in der Selbstdarstellung der Schule die enge curriculare und organisatorische Verzahnung von Gymnasium, Wirtschaftsunternehmen und Hochschulen genannt. Parallel zum Abitur können Zusatzzertifikate erworben werden, etwa nach Praktika in der Wirtschaft oder schon an der Uni. Das Auswahlverfahren unterstreicht das Niveau der Angebote. Vor einem Jahr begann die Suche nach dem ersten Jahrgang in einem mehrstufigen Prozess mit zwei Testrunden im ganzen Land sowie persönlichen Gesprächen in Bad Saulgau. Ausdrücklich sind Lehrkräfte aufgerufen, besonders Begabte anzusprechen. Für den kommenden Jahrgang wird die Auswahl Ende März abgeschlossen sein.
Mit vertreten beim Festakt war auch das Finanzministerium, wegen seiner Zuständigkeit für den Hochbau. Staatssekretärin Andrea Lindlohr (Grüne) verwies darauf, dass dank der sorgfältigen Sanierung bestehender Gebäude ausgesprochen nachhaltig vorgegangen worden sei, bei den Neubauten auch dank der Holzbauweise. „Wir wollten eine Lernumgebung schaffen“, so Lindlohr, „in der Schülerinnen und Schüler ihr volles Potenzial ausschöpfen können.“ Übrigens nicht nur in den MINT-Fächern. Denn von Anfang an wurde in Baden-Württemberg bei der einschlägigen Förderung darauf geachtet, andere wichtige Voraussetzungen für den Bildungserfolg nicht zu kurz kommen zu lassen: Auch Musik, Sport und Kunst werden unterrichtet in Bad Saulgau, und auch eine Theater-AG ist im Angebot.