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Corona-Impfung: "Sonderrechte für Geimpfte sind der falsche Ansatz"

Foto: dpa/Geisler-Fotopress | Dwi Anoraganingrum/Geisler-Fotopress

Foto: dpa/Geisler-Fotopress | Dwi Anoraganingrum/Geisler-Fotopress

LUDWIGSBURG. Schon seit einem Jahr wird die deutsche Bevölkerung durch die Corona Pandemie in Rechten eingeschränkt, die immer als selbstverständlich galten. Wie zum Beispiel die Bewegungsfreiheit, Reisefreiheit oder Berufsfreiheit. Nach dieser Zeit sehnt man sich nach Normalität im Alltag. Was ist, wenn die Impfungen alle Einschränkungen beseitigen würden und dadurch wieder alles so wäre wie früher?

Bisher wurden in Deutschland 2.674.692 Menschen vollständig geimpft. Das sind 3,2% je 100 Einwohner der deutschen Bevölkerung. Geimpft wurden über 80 Jährige, Pflegeheimbewohner oder Menschen aus beruflichen oder medizinischen Gründen.

Sonderrechte für Geimpfte als Anreiz

Nur durch Impfungen kann die Pandemie besiegt werden und wir können unseren Alltag zurückgewinnen. Sonderrechte für Geimpfte könnten einen Anreiz für die Menschen schaffen sich impfen zu lassen, weil sie dadurch schneller wieder zur Normalität zurückkehren könnten. Aber wenn diese Bevölkerungsgruppe mehr Rechte bekommen soll, stellt sich die Frage: Ist das überhaupt gerecht?

Art. 3 I GG besagt, dass alle Menschen gleichbehandelt werden müssen. Steht dies dann nicht im Widerspruch zu diesem Vorschlag? Ist das nicht wieder ein Eingriff in die Grundrechte? Auch wirkt dies wie eine Hintertür zur Impfpflicht. Jeder sehnt sich seit Wochen danach wieder unter Menschen zu kommen, ins Kino zu gehen oder zu verreisen.

Zwei-Klassengesellschaft möglich

Politiker stellen sich einen digitalen Impfpass vor, mit dem geimpfte Privilegien erhalten sollen. Damit stellt die Regierung uns ein Ultimatum: „Entweder ihr lasst euch impfen, oder ihr könnt nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.“ Ist das nicht unfair gegenüber denen, die ganz unten auf dem Impfplan stehen, und erst als letztes ihre Spritze bekommen?

Die Gesellschaft würde in zwei Klassen geteilt werden. Die mit mehr Rechten und die mit weniger. Bisher war das einzig Positive an der Pandemie, dass alle zusammen in einem Boot sitzen und gemeinsam unter den Maßnahmen leiden. Durch die zwei Klassen könnte es zu Unruhen, Aufständen und Konflikten kommen. Die Jüngeren würden sich unfair behandelt fühlen und die Entscheidungen der Politik in Frage stellen, da sie sich am meisten danach sehnen, wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Wir sind zusammen in die Pandemie geraten und sollten auch gemeinsam den Weg zurück in die Normalität gehen können. Sonderrechte sind der falsche Ansatz. Eins steht fest: Nur wenn der Großteil der Bevölkerung geimpft ist, kehrt wieder Normalität in unser Leben ein. Und wenn unser Alltag wieder hergestellt ist, fangen wir auch an, das zu schätzen, was bisher immer für Selbstverständlich galt.

Ein Kommentar von Lisa Guter, Vera Schlachter und Jana Schindler, Studierende der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg, entstanden im Fachprojekt "Professionelle Pressearbeit - Wie schreibe ich für eine (Wochen)Zeitung?"


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