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Württembergische Staatstheater

Landtag will Expertenkommission zur Opernsanierung

Was soll nur aus der Oper in Stuttgart werden? Die Debatte im Landtag über die Sanierung des historischen Littmann-Baus gab noch keine Antwort auf diese Frage. Immerhin ist klar, wer jetzt erst einmal das Wort haben wird.
Großes, klassisches Gebäude mit Säulen, viele Fenster, Statue auf dem Dach.

Die Seitenfassade des sanierungsbedürftigen Littmann-Baus am Stuttgarter Eckensee: Hier soll das Opernhaus erweitert werden, um eine Kreuzbühne zu ermöglichen - nicht die einzige umstrittene Maßnahme zur Opernsanierung.

IMAGO/Arnulf Hettrich)

Stuttgart. Nach der Opern-Debatte im Landtag scheint zumindest die Einsetzung einer Expertenkommission sicher zu sein. Sie soll zur Sanierung des Hauses alle verfügbaren Informationen sammeln und bewerten: Bekommt die Oper eine Interimsspielstätte oder nicht? Braucht es ein zweites Opernhaus, um den alten Bau des Architekten Max Littmann zu entlasten? Solche Fragen stellen die Mehrheitsfraktionen der CDU und der Grünen.

Auf dieser Basis sollen der Landtag sowie der Gemeinderat der Landeshauptstadt als die Hauptorgane der Mitgesellschafter Baden-Württemberg und Stuttgart entscheiden, wie gebaut wird. Bislang war die Errichtung eines Ausweichquartiers vorgesehen, dessen Kosten auf 289 Millionen Euro gedeckelt sind und in dem ab 2033 die ersten Stücke zu sehen wären, während der alte Littmann-Bau bis in die 2040er Jahre saniert wird. Daran gibt es bei der CDU Zweifel, wegen der Kosten.

Legitimität der Kosten

Um deren Legitimität geht es der SPD. Kann man noch so planen, während die Kulturhaushalte in den Kommunen auch durch die Sparzwänge des Landes leiden werden? Fraktionsvorsitzender Sascha Binder verteidigte seinen Vorschlag, auf eine Interimsspielstätte zu verzichten und die Ballett-Compagnie und das Opernensemble stattdessen auf Tournee zu schicken, das gehöre zur Ergebnisoffenheit der Expertenrunde dazu.

Gleichzeitig kritisierte er die Verantwortungsverlagerung einer schwierigen Entscheidung auf ein nicht gewähltes Gremium . Die Regierung hatte diese wichtige Frage nicht im Koalitionsvertrag geregelt, die Situation jetzt gehe zulasten der Beschäftigten. Und Binder warnte angesichts der Stimmung in der Bevölkerung vor „elitären“ Diskursen, damit am Ende nicht „die Falschen“ über die Oper diskutieren: „Passen Sie auf, was Sie entscheiden!“

LED-Wände statt Kreuzbühne

Mit diesen „Falschen“ wird die größte Oppositionsfraktion gemeint sein, die aber ganz ähnliche Fragen wie die SPD zur Ausweichbühne stellt, weil sie generell die Kosten kritisch sieht. Einzelne künstlerische Wünsche dürfe man nicht auf Kosten der Allgemeinheit verwirklichen, forderte Oppositionsführer Martin Rothweiler. Die Kreuzbühne, für die das historische Opernhaus umgebaut werden müsse, sollte mindestens auf den Prüfstand. Stattdessen ginge es doch auch mit moderner Technik, etwa mit LED-Wänden als Kulissen.

Konkrete Hinweise für die Bühnenausstattung hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Becker nicht parat. Stattdessen verteidigte der wissenschaftspolitische Sprecher seiner Fraktion die Expertenkommission, die angesichts veränderter Rahmenbedingungen, also des Geldmangels im Land, nun alle Optionen ausleuchten solle. Derweil laufe der Architektenwettbewerb weiter, mit dem die notwendigen Preisschilder ermittelt werden.

Ausgleich für Erfahrungsverlust

Außerdem sei nach der 27 Jahre langen Projektgeschichte kaum noch ein Beteiligter von den Anfangszeiten da, diesen Erfahrungsverlust sollen die Experten wieder auffüllen, erklärte der Grünen-Kulturpolitiker Erwin Köhler. Er forderte, durch den Expertenspruch die Sicherheit für die Opern-Belegschaft zu stärken. Während von der CDU keineswegs eine Versicherung kam, das Expertenurteil zu übernehmen, warb Köhler genau dafür.

Andrea Lindlohr, Grünen-Staatssekretärin im für das Gebäude zuständigen Finanzministerium, gab zu, dass sich die Verhältnisse geändert haben, deshalb die Kommission. Derweil sichere der landeseigene Betrieb Vermögen und Bau das Haus ab, trotzdem lasse sich eine plötzliche Einstellung des Spielbetriebs aus Brand- und Arbeitsschutzgründen nicht mehr ausschließen.

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