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Erfolg der Grünen im Südwesten: Breite Verankerung und konstruktive Realpolitik

Der erste Südwest-Grünen-Vorsitzende Wolf-Dieter Hasenclever (rechts) im Gespräch mit Silke Mende von der Universität Heidelberg (links) und Moderator Wolfram Pyta, Vorsitzender des Freundeskreises des Hauses der Geschichte Baden – Württemberg.
Achim Zweygarth)Stuttgart. „Die Verbindung von Mensch und Umwelt war uns damals sehr wichtig“, betonte Hasenclever. Außerdem sei es den Grünen damals wie heute immer klar gewesen, dass man konstruktiv arbeiten wollte. „Uns kam aber auch entgegen, dass wir nicht abgelehnt wurden, der damalige Ministerpräsident Lothar Späth war durchaus dialogbereit“, ergänzte Hasenclever.
Die Heidelberger Professorin Silke Mende, die die Geschichte der Südwest-Grünen erforscht hat, nannte einige Spezifika für den Erfolg der Südwest-Grünen. Die Partei sei damals schon sowohl in den Städten als auch im ländlichen Raum breit verankert gewesen in Protestbewegungen wie etwa der Anti-Atom-Bewegung. Außerdem bedienten sie Themen, „die anschlussfähig waren“.
„Durch die frühen Wahlerfolge 1980 und 1984 hatten die Südwest-Grünen auch schon früh parlamentarische Erfahrungen gemacht“, sagte Mende. Die Südwest-Grünen seien anders als auf Bundesebene ideologisch offen gewesen und wollten einen Reformparlamentarismus. „Hier setzten sich im Gegenzug zum Bund die Realos durch“, erläuterte Mende.
Unter dem Titel „Gekommen, um zu bleiben? Zur Geschichte der Grünen im Südwesten“ hatte am Donnerstagabend der Freundeskreis des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg eine wissenschaftliche Tagung veranstaltet. Die anschließende Podiumsdiskussion mit Mende und Hasenclever wurde von Wolfram Pyta moderiert, dem Vorsitzenden des Freundeskreises. (rik)