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Denkmalschutz

Vom Wehrturm zum Trauort: Bad Säckingens Diebsturm wird saniert

Abbröckelnder Sandstein hat den historischen Diebsturm in Bad Säckingen seit zwei Jahren unzugänglich gemacht. Nun unterstützt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg die Sanierung des mittelalterlichen Wahrzeichens mit 50.000 Euro. Danach soll der Turm wieder öffentlich genutzt werden können.
Steiniger Turm neben Fluss und Holzbrücke, umgeben von Bäumen und Hügeln.

Der Diebsturm in Bad Säckingen ist ein markantes Gebäude am Rhein, das nun saniert werden muss. Foto: Stadt Bad Säckingen

Foto: Stadt Bad Säckingen)

Stuttgart/Bad Säckingen. Der Diebsturm an der Rheinpromenade sicherte im Mittelalter – wie auch der benachbarte Gallusturm – die Stadt Bad Säckingen im Landkreis Waldshut zum Rheinufer hin ab. Später wurde er in die Außenanlage von Schloss Schönau eingegliedert.

Derzeit ist er wegen abbröckelnden Sandsteins gesperrt. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt deshalb die Stadt bei der Restaurierung mit einem Zuschuss von 50.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlückSpirale, wie die Stiftung mitteilt.

Der Turm besitzt einen hohen Wiedererkennungswert

„Erst Wehrturm, dann Sehenswürdigkeit“, sagt Claus Wolf, Vorstandsmitglied der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, über die historische Entwicklung des Diebsturms samt seiner Umbauten. „Lokal hat dieses Bauwerk große Bedeutung. Es besitzt einen hohen Wiedererkennungswert und prägt die Ansicht der Stadt auf der Rheinseite.

Als die Säckinger Befestigungsanlagen erbaut wurden, lag die Stadt noch auf einer Insel im Rhein. Erst später wurde der nördliche Flussarm zugeschüttet.

„Bereits um 1600 herum verlor der Diebsturm seine rein militärische Funktion, zeitweise wurde er als Wasserturm und wohl auch als Gefängnis genutzt“, heißt es weiter. Bei einem Umbau im Jahr 1864 durch den Säckinger Fabrikanten Theodor Bally im neugotischen Stil erhielt er dann seine heutige, historisierte Form mit rundbogigen Fensteröffnungen samt neugotischen Doppelfenstern, einem Zinnenkranz und vermutlich auch den Balkonen mit Außentreppen.

„Während das Bruchsteinmauerwerk aus Säckinger Granit den Lauf der Jahrhunderte relativ unbeschadet überstanden hat, ist der Wiesentäler Sandstein, mit dem etwa Fenster und Türen eingefasst wurden, fast durchweg sanierungsbedürftig“, wie die Denkmalstiftung weiter mitteilt.

Stellenweise sind den Angaben zufolge bereits Steinteile abgebrochen, weshalb der Turm vor zwei Jahren gesperrt wurde. Für eine Sanierung müssen diese Steine nun stabilisiert und teilweise sogar ersetzt werden. Auch bei einigen Fugen und den Metallgeländern besteht Reparaturbedarf. Erst dann könne der Turm wieder öffentlich genutzt werden.

„Der Diebsturm ist als historisches Wahrzeichen von Bad Säckingen ein eindrucksvolles Zeugnis der Stadtgeschichte“, sagt Marcel Janson, Regionaldirektor bei Lotto Baden-Württemberg. Seine vielfältigen Funktionen seit dem Mittelalter zeigten, wie Denkmäler über Jahrhunderte hinweg von verschiedenen Generationen genutzt werden.

Standesamtliche Trauungen und Stehempfänge

Das markante Gebäude wird unter anderem von der Volkshochschule für Malkurse genutzt. Seit 2005, so die Schwarzwald Tourismus GmbH, kann der historische Diebsturm im romantischen Schlosspark auch für kleinere festliche Anlässe gemietet werden. Er eigne sich insbesondere für standesamtliche Trauungen und Stehempfänge. (sta/rik)

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