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Land beschafft 69 Löschfahrzeuge für Kommunen

Statt Dutzender einzelner und aufwendiger Vergabeverfahren hat das Innenministerium die Löschgruppenfahrzeuge LF 10 zentral beschafft.
Imago/Stefan Arend)Stuttgart . „Mit der gemeinsamen Beschaffung haben wir die Kommunen entlastet, Bürokratie abgebaut und Kräfte gebündelt“, sagt Innenminister Thomas Strobl (CDU). Statt Dutzender einzelner und aufwendiger Vergabeverfahren hat das Innenministerium die Löschgruppenfahrzeuge LF 10 zentral beschafft.
„Die Kommunen profitieren von einem günstigeren Anschaffungspreis und erhalten zusätzlich vom Land eine höhere Förderung“, erklärt Strobel. Statt 140 000 Euro gibt es 182 000 Euro pro Löschfahrzeug. Dies sollte den Anreiz erhöhen, sich an der gemeinsamen Beschaffung zu beteiligen. Am Ende haben 57 Städte und Gemeinden sowie eine Werksfeuerwehr teilgenommen. Einige werden sogar gleich mehrere Fahrzeuge erhalten. Das Verfahren wurde als Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb nach Paragraf 17 der Vergabeverordnung (VgV) durchgeführt.
Ministerium verhandelt mit vier Unternehmen
„Zunächst haben wir eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmen bei einem Teilnahmewettbewerb öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert“, erklärt eine Sprecherin des Innenministeriums. Nach Prüfung und Auswertung der Anträge anhand zuvor festgelegter Auswahlkriterien seien fünf Unternehmen ausgewählt und zur Abgabe von Erstan geboten gebeten worden. Danach habe es mit vier Unternehmen Verhandlungsgespräche gegeben, bei denen die Einzelheiten des Auftrags näher besprochen wurden. Die vier Bewerber wurden danach aufgefordert, finale Angebote abzugeben. Den Zuschlag erhielt die Albert Ziegler GmbH in Giengen an der Brenz (Landkreis Heidenheim). Sie wird alle 69 Fahrzeuge liefern.
Leistung und Preis wurden mit jeweils 50 Prozent gewichtet, so die Ministeriumssprecherin. Die Bieter waren aufgefordert, ein Durchführungs- und ein Auslieferungskonzept vorzulegen, die ebenso wie weitere Soll-Anforderungen anhand des Leistungsverzeichnisses bepunktet wurden. Die insgesamt erreichten Leistungspunkte wurden durch den Gesamtangebotspreis geteilt (sogenannte einfache Richtwertmethode). Die so ermittelten Quotienten geben Auskunft über das wirtschaftlichste Angebot. Der Bieter mit dem höchsten Quotienten hat den Zuschlag erhalten“, erklärt sie.
Aus Sicht des Städtetags ist die gemeinsame Beschaffung „erstaunlich gut“ angenommen worden. „Anfangs war man unsicher, inwieweit sich die Städte und Gemeinden beteiligen werden, weil die gemeinsame Beschaffung mit technischen Vereinheitlichungen einhergeht“, erklärt Sebastian Ritter vom Städtetag Baden-Württemberg. „Gerade bei den Freiwilligen Feuerwehren, also bei kleineren Städten und Gemeinden, ist es oft so, dass sie bestimmte Aufbauten selbst planen wollen. Bei einer gemeinsamen Beschaffung sind solche individuellen Spielräume allerdings geringer.“
Kaufpreis liegt bei rund 460 000 Euro pro Fahrzeug
Dafür ist ein guter Preis erzielt worden. Rund 460 000 Euro pro Fahrzeug (Fahrgestell, Aufbau und Normbeladung), schätzt Ritter wie Haushaltsplanungen einzelner Städte und Gemeinden zeigten. „Dies ist günstiger, als wenn man die Fahrzeuge einzeln beschafft hätte.“ Hinzu komme die höhere Förderung und dass sich teilnehmende Kommunen ein eigenes Vergabeverfahren ersparen, das viel Geld koste.
„Das Ergebnis bekräftigt uns, diese Initiative fortzusetzen“, unterstreicht Innenminister Strobl. Für 2026 ist eine gemeinsame Beschaffung für Tragkraftspritzenfahrzeuge geplant, Löschfahrzeuge für kleine bis mittlere Einsätze der Feuerwehr. Über 30 Kommunen hätten bereits ihr Interesse daran bekundet.