Drei große Verbände versorgen Millionen von Bürgern über Fernwasserleitungen mit Trinkwasser

In den Gründungsjahren des Landes Baden-Württemberg vor rund 70 Jahren führten Überlegungen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit in der Trinkwasserversorgung zur Gründung zweier Fernwasserversorgungsverbände.
Bodensee-Wasserversorgung

Die Aufbereitungsanlage auf dem Sipplinger Berg bereitet das Wasser aus dem Überlinger See mit Mikrosieb-, Ozon- und Filteranlagen zu Trinkwasser auf.

Bodensee-Wasserversorgung)

STUTTGART. Besonders die wasserarmen Gebiete in den zentralen und nordöstlichen Landesteilen konnten den Wasserbedarf, der mit dem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg einherging, kaum mehr aus eigenen Vorkommen decken. Einen Ausgleich schufen die 1953 und 1954 gegründeten Zweckverbände Wasserversorgung Nordostwürttemberg und Bodensee-Wasserversorgung.

1965 ging die „Staatliche Landeswasserversorgung“ auf den neu gegründeten „kommunalen“ Zweckverband Landeswasserversorgung über. Sie ist eine der größten und traditionsreichsten Fernwasserversorgungen Deutschlands. Rund 250 Städte und Gemeinden – darunter Aalen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd, Göppingen, Esslingen, Ludwigsburg, Stuttgart und Ulm – beliefert sie jedes Jahr mit etwa 100 Millionen Kubikmetern Trinkwasser.

Wasser von der Schwäbischen Alb

Etwa drei Millionen Menschen in Baden-Württemberg und Bayern erhalten ihr Trinkwasser von der Landeswasserversorgung. Das Wasser entstammt den Grundwasservorkommen der Schwäbischen Alb in der Region zwischen Ulm und Heidenheim. Ein Teil des Wassers wird der Donau entnommen und im Wasserwerk Langenau zu Trinkwasser aufbereitet.

Die Bodensee-Wasserversorgung versorgt etwa 320 Städte und Gemeinden mit rund vier Millionen Einwohnern. Heute versorgt sie etwa vier Millionen Einwohner aus dem Südwesten mit Trinkwasser aus dem Bodensee. Das Wasser wird aus dem Überlinger See in etwa 60 Meter Tiefe dem Bodensee entnommen und mit sechs großen Pumpen bis in die rund 310 Meter höher gelegene Aufbereitungsanlage auf dem Sipplinger Berg gefördert. Dort wird das ohnehin schon gute Bodenseewasser mit Mikrosieb-, Ozon- und Filteranlagen zu einem Trinkwasser sehr hoher Qualität aufbereitet.

176 Brunnen und Quellen, neun Wasserwerke

Der Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) ist der drittgrößte Fernwasserversorger im Land. Über ein 840 Kilometer langes Leitungsnetz verteilt er pro Jahr rund 29 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an rund 100 Städte und Gemeinden – vom südlichen Main-Tauber-Kreis, über die Landkreise Schwäbisch Hall und Hohenlohekreis bis in den Osten des Landkreises Heilbronn sowie die nördlichen Gebiete des Rems-Murr-Kreises und Ostalbkreises.

Rund ein Drittel des NOW-Wassers stammt aus 176 Brunnen und Quellen, deren Rohwasser in neun Wasserwerken aufbereitet wird. Der übrige Bedarf wird durch den Bezug von Fernwasser gesichert, überwiegend von der Landeswasserversorgung und der Bodensee-Wasserversorgung.

Wolfgang Leja

Redakteur Wirtschaft und Vergabe

0711 66601-131

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