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Glosse

Falsch verbunden

Wenn sie geschwiegen hätte, wäre sie Philosophin geblieben. Doch Evelyn Palla wollte Bahnchefin werden. Das hat sie nun davon. Eine Glosse von Michael Schwarz. 
Person mit hellem Haar in Anzug, Glasfassade im Hintergrund.

Palla, Palla?

dpa/Friedrich Bungert)

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, sagt Adorno, und man fühlt sich geneigt, die Verbindung zu Stuttgart 21 zu ziehen, wo ja auch so manches falsch läuft. Doch nun hat Bahnchefin Palla erklärt, dass es jedenfalls keine falschen Kabel waren, welche rund um Stuttgart verlegt wurden. Sie seien nur falsch verlegt worden, worüber sie knickten.

Man kann ihn also knicken, den Aphorismus des Philosophen, der 1969 in der Schweiz starb, also sage und schreibe 25 Jahre, bevor das Bahnprojekt aus der Taufe gehoben wurde.

75 Jahre nach Veröffentlichung von Adornos Spruch sind wir allerdings auch nicht schlauer, was die Zukunft anbetrifft. Gibt es noch Hoffnung? Oder müssen wir uns damit trösten, dass es auch Adorno nicht vergönnt war, die Welt zu akzeptieren – in ihrer unendlichen Unvollkommenheit.

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