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Denkmalschutz

Jetzt leben mehrere Generationen unter einem Dach

Stiftung ernennt den ältesten und sanierten Schwarzwaldhof von Schluchsee-Blasiwald zum Denkmal der Monate Juli und August
Großes Haus mit schrägem Dach im Wald, zwei Autos, Kiesweg, umgeben von Bäumen.

Der sanierte Hof in Schluchsee-Blasiwald wirkt mit seinem markanten Dach wie der Prototyp eines klassischen Schwarzwaldhofs. Foto: Privat

Denkmalstiftung Baden-Württembe, Foto: privat)

Stuttgart/Schluchsee. Knapp zwei Jahre ist es her, dass ein für die Region typischer Schwarzwaldhof in Schluchsee-Blasiwald dringend saniert werden musste. Der Grund: Der Eindachhof war akut einsturzgefährdet.

Um das Kulturdenkmal aus dem Jahr 1676 zu retten, wurde zudem an eine Umnutzung des markanten Gebäudes gedacht. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützte die Sanierung mit einem Zuschuss von 80 000 Euro.

Markantes Dach beschirmt den in den Hang gebauten Hof

„Das mächtige Dach, an den Schmalseiten als Halb- oder Krüppelwalm ausgeformt, überdeckt und beschirmt das gesamte in den Hang gebaute Gebäude“, hieß es vor zwei Jahren. Der Hof ist der älteste dieser Art in Schluchsee-Blasiwald und wirkt wie der Prototyp eines klassischen Schwarzwaldhofs.

Eine Voruntersuchung zeigte damals gravierende Schäden an der bauzeitlichen Tragwerkskonstruktion, so dass eine statische Notsicherung erforderlich wurde. Viehhaltung und Käferbefall hatten die unteren Bereiche der Hochfirstsäulen so in Mitleidenschaft gezogen, dass die Standsicherheit als akut gefährdet eingestuft wurde.

Im Zuge der Sanierung wurde dann die Holzkonstruktion in ihrer historischen Struktur und Ausstattung behutsam restauriert. Sparrenlagen und Ständer-Bohlenwände sollten erhalten bleiben. Eine Bruchsteinmauer musste teilweise mit neuen Fundamenten unterfangen werden.

Dass es um die Standsicherheit der Dachkonstruktion mit ihren typischen Hochfirstsäulen nicht mehr zum Besten bestellt war, stellte sich schnell heraus. Die frühere Viehhaltung und Nagekäfer hatten das Holz stark beschädigt. So galt es zunächst, die statische Stabilität wiederherzustellen – auch im Hinblick auf die Dämmung, die das große Schopfwalmdach mittlerweile erhalten hat.

Für den Umbau wurde ein Konzept erarbeitet, das die historische Konstruktion und Bausubstanz erhält und zugleich modernes Wohnen ermöglicht. So kann auch die über 100-jährige Familientradition auf diesem Hof fortgesetzt werden, wenngleich nun ohne Landwirtschaftsbetrieb.

Die Firstlinie des Hofes ist parallel zum Hang ausgerichtet, der Wohnteil wurde talabwärts angelegt. Dies ermöglichte, den Heubergeraum im Dachbereich über eine hangseitige Hocheinfahrt ebenerdig zu erreichen.

Lange Familientradition kann jetzt fortgesetzt werden

Nun hat die Stiftung den Schwarzwaldhof zum Denkmal der Monate Juli und August ernannt. In dem Hof leben inzwischen zwei Familien statt nur einer – eben dank der umfassenden und behutsamen Instandsetzung, bei der aus dem Ökonomieteil eine weitere Wohnung wurde.

Während die Eltern der Eigentümerfamilie nach wie vor im bisherigen Wohnteil des Schwarzwaldhofs leben, ist aus Stall und Tenne nun neuer Wohnraum geworden, der auch einer weiteren Generation Platz bietet. (sta/rik)

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