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Neues Portal zeigt das Potenzial von Flusswärmepumpen

Mannheim gehört im Südwesten zu den Vorreitern: Der Energieversorger MVV nahm 2023 eine Flusswärmepumpe in Betrieb.
dpa/Uwe Anspach)Stuttgart. Die Landesenergieagentur KEA-BW bietet für Kommunen, Energieversorger und Projektentwickler Fakten zu Gewässerwärmepumpen. Auf einem Wissensportal haben die Klimaschutzexperten unterschiedliche Informationen zusammengestellt: von den Grundlagen der Technologie über das Potenzial bis hin zu der Bedeutung von Gewässerwärmepumpen in der kommunalen Wärmeplanung.
Zudem informiert die KEA-BW über rechtliche Aspekte und Genehmigungsfragen. Die Informationen sollen Orientierung im Genehmigungsprozess bieten. So benötige eine Großwärmepumpe am Fluss in der Regel kein einzelnes Genehmigungsverfahren, sondern ein ganzes Genehmigungspaket. Als Voraussetzung für den Betrieb nennen die Experten eine wasserrechtliche Erlaubnis für Entnahme und Wiedereinleitung, Genehmigungen für Anlagen am oder im Gewässer, gegebenenfalls baurechtliche Genehmigungen sowie naturschutzrechtliche Prüfungen. Bei Anlagen an Kläranlagenabläufen seien hingegen abwasserspezifische Regelungen und mögliche Auswirkungen auf die Einleitungserlaubnis zu prüfen.
Mannheim gehört im Südwesten zu den Vorreitern
Die Nutzung von Umweltwärme aus Gewässern steht in Deutschland noch am Anfang. Hierzulande sind nur wenige Projekte in Betrieb. Mannheim gehört im Südwesten zu den Vorreitern: Der dortige Energieversorger MVV nahm im Oktober 2023 eine Flusswärmepumpe mit 20 Megawatt Leistung in Betrieb. Sie kann rechnerisch rund 3500 Haushalte mit Wärme versorgen. Für 2028 plant das Unternehmen eine zweite, deutlich größere Anlage mit 165 Megawatt Leistung. Sie soll den Bedarf von rund 40.000 Haushalten decken.
Das Potenzial der Technologie ist enorm: In Baden-Württemberg könnten Großwärmepumpen bis zum Jahr 2030 jährlich mindestens 2,5 Terawattstunden Energie aus Flüssen und Seen gewinnen. Das geht aus einem Gutachten des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) vom September 2026 hervor. Bis zum Jahr 2040 könnte sich dieser Wert mehr als verdoppeln.
Großwärmepumpen an Gewässern benötigen weniger Strom
Dass Gewässerwärmepumpen, technisch Wasser-Wasser-Wärmepumpen, so attraktiv für die Wärmeversorgung sind, liegt an den hervorragenden Speichereigenschaften von Wasser als Wärmeträger. Wenn es im Winter an die Null-Grad-Grenze geht, ist das Wasser in Flüssen und Seen mit vier bis sechs Grad Celsius deutlich wärmer als die Wärmequelle Luft für Luft-Wasser-Wärmepumpen. Das Abwasser in den Kanälen ist sogar noch wärmer.
Aus diesen Gründen benötigen die Großwärmepumpen an Gewässern für die gleiche Wärmemenge weniger Strom als Luft-Wasser-Wärmepumpen.