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Analyse zur Landtagswahl 2026

Grüne im Umfragehoch, Eva und Entenleber

Die neuen Umfragezahlen von Infratest und Forschungsgruppewahlen zeigen eine dramatische Zuspitzung des Rennens. Grüne und CDU fast gleichauf. Gleichzeitig kommen scheinbare Skandälchen auf, die aber nicht relevant sind.
Zwei Männer im Anzug in einem Raum mit Menschen, die an Tischen sitzen.

Manuel Hagel und Cem Özdemir konkurrieren um das Amt des Ministerpräsidenten, das ist jetzt klar.

dpa/Bernd Weißbrod)

Stuttgart . Die Nachricht hat viele am späten Donnerstagnachmittag elektrisiert: Die Grünen holen in der Umfrage deutlich auf. Bei Infratest Dimap liegen sie mit 27 zu 28 Prozent nur einen Punkt hinter den Grünen, bei der Forschungsgruppe Wahlen des ZDF mit 25 zu 27 Prozent ebenfalls knapp. Die Zahlen drücken zwar vor allem den aktuellen Trend und die Stimmung aus, doch so kurz vor der Wahl hat das natürlich Relevanz.

Offenbar sticht bei den Grünen der „Kandidatenfaktor“, denn die Grünen liegen bundesweit mit 12 Prozent noch mal deutlich unter dem Wert von vor einem Jahr. Die Person Özdemir scheint zumindest im linksliberalen Lager alle Stimmen an sich zu ziehen, die SPD und auch die Linke müssen deutlich Stimmen abgeben. Möglicherweise wird hier bereits taktisch gewählt, um den Ex-Agrarminister im Rennen um den Ministerpräsidentenposten zu stärken.

Es wird ein knappes Rennen zwischen CDU und Grünen

Gleichzeitig scheint es Manuel Hagel nicht zu gelingen, sein Wählerpotenzial ganz auszuschöpfen. Allerdings liegt er weiterhin vorne, und die Umfragen sind eine Momentaufnahme. Vielleicht konzentrieren sich die bürgerlichen Stimmen auch nach diesen Ergebnissen wieder mehr auf die CDU.

Klar ist: Es könnte ein knappes Rennen zwischen den beiden großen Parteien werden, dessen Ausgang völlig offen ist. Und es bleibt dabei – am Ende werden beide Parteien aller Wahrscheinlichkeit weiter miteinander koalieren müssen, egal wer Ministerpräsident wird.

Lesen Sie hier: Spitzenkandidaten stellen sich den Bürgerfragen

Gegen Manuel Hagel hat die Mannheimer Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer einen Interviewschnipsel auf Facebook gepostet, in der er sich unglücklich zu einem Besuch in einer Mädchenklasse und einer Schülerin namens Eva äußert. Der CDU-Landeschef hat schon am Dienstag einräumt: „Der Satz war Mist“. Aber auch den Kontext erklärt, wonach es davor und danach einen sehr freundlichen und fairen Dialog mit der Schülerin gab.

Hagels altes Interview ist kein Skandal

Ganz ehrlich: Die Äußerung ist unpassend, aber auch kein Skandal. Das Video ist acht Jahre alt, warum wurde es jetzt kurz vor der Wahl gezielt vom politischen Gegner gepostet? Das ist ein grobes Foulspiel. Wer Manuel Hagel kennt, der weiß, dass er absolut korrekt und respektvoll ist im Umgang mit allen Menschen, auch und gerade mit Frauen. Dass er in manchen Medienberichten jetzt als Macho karikiert wird, ist absurd und wird ihm nicht gerecht. Dieses Thema ist erledigt und sollte möglichst schnell in der Versenkung verschwinden.

Das gilt auch für die „Entenleberpastete“ von Andreas Stoch. Hier hat der SWR etwas Privates gefilmt, die Pastete wurde nicht einmal eingekauft. Vielleicht ungeschickt, aber auch hier gilt: Andreas Stoch ist ein integrer und anständiger Politiker. Es wäre schade, wenn diese Social-Media-Aufreger die letzten Diskussionen dieses weitgehend fairen Wahlkampfes prägen.

Es sollte um Arbeitsplätze, Wirtschaft, günstige Energie, gesteuerte Migration gehen, die Themen, die jetzt den Menschen auf den Nägeln brennen, nicht um schmutzige Wäsche.

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