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Hunderte Schulleiterstellen nur kommissarisch besetzt

Fast neun von zehn vakante Stellen wurden vorübergehend durch Stellvertreter, dienstälteste Lehrer oder andere Lehrkräfte geführt.
imago/YAY Images)Stuttgart. Insgesamt 187 Schulen in Baden-Württemberg wurden Mitte März dieses Jahres kommissarisch geleitet. Zu diesem Zeitpunkt waren 213 Schulleiterstellen im Land unbesetzt , wie das Kultusministerium in einer am Dienstag veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion mitteilte. Damit wurden fast neun von zehn vakanten Stellen vorübergehend durch Stellvertreter, dienstälteste Lehrer oder andere Lehrkräfte geführt.
Seit September 2020 regelt ein Gesetz, dass Vertreter in solchen Positionen eine Zulage erhalten. Diese Zahlung ist jedoch auf einen Zeitraum von fünf Jahren begrenzt. In sieben Fällen wurde diese Fünfjahresfrist bei kommissarisch bestellten Schulleitern bereits erreicht, so das Ministerium. Für die Betroffenen bedeutet das, dass die Zulage für die verantwortungsvolle Aufgabe wegfällt. Das Ministerium erklärt, es handele sich um Einzelfälle.
Automatische Beförderung nicht vorgesehen
Trotz der hohen Zahl an Vertretungen sieht das Ministerium kein flächendeckendes Problem bei der Nachbesetzung von Schulleitungsstellen. Es räumte jedoch ein, dass die zunehmende Arbeitsbelastung in der Schule eine Herausforderung darstelle. Um die Attraktivität der Führungspositionen zu steigern, habe das Land bereits Verbesserungen bei der Besoldung und bei der Schaffung von Entlastungsstellen umgesetzt.
Einer Gesetzesänderung, die eine automatische Beförderung des Vertreters nach fünf Jahren vorsieht, erteilte das Ministerium eine Absage. Dies widerspreche dem im Grundgesetz verankerten Grundsatz der Bestenauslese. Demnach müssen öffentliche Ämter stets nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vergeben werden. (epd)