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Stuttgarter Oper: Architekten gegen Planungsstopp

Ende Dezember sollen Vorschläge zur Sanierung vorliegen – bremst die Politik hier nicht aus.
Imago/Arnulf Hettrich)Stuttgart. Die Sanierung der Stuttgarter Oper steht wieder auf der Kippe. Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) will das bisherige Konzept angesichts der Vorbehalte von Experten überprüfen lassen. Die CDU fordert wegen „unkalkulierbarer Kostenrisiken“ einen Planungsstopp. In einer gemeinsamen Stellungnahme warnen nun die Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW) und der Bund Deutscher Architekten (BDA), Landesverband Baden-Württemberg, davor, das laufende Wettbewerbsverfahren abzubrechen. Denn das steht auf der Zielgeraden.
Anfang Dezember liegen die Ergebnisse des europaweit ausgeschriebenen Realisierungswettbewerbs vor. Dann, so der Plan, wird die Jury die besten Entwürfe für Sanierung, Modernisierung und Erweiterung der Württembergischen Staatstheater auswählen. „Publikumswirksame Schnellschüsse“ würden „einem solch komplexen Infrastrukturprojekt nicht gerecht.“ Spardruck zwinge zu einer effizienten Lösung, aber nicht zu weiteren Debatten, so die Mahnung.
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Der Wettbewerb baut auf frühere Erkenntnisse auf
In den vergangenen Jahren wurde bereits vieles gesagt, vieles verworfen. Es gab Machbarkeitsstudien, Variantenprüfungen, Expertenanhörungen und Beteiligungsformate. Auch die Möglichkeit, das Drei-Sparten-Haus auf mehrere Standorte zu verteilen, wurde geprüft. Das laufende Wettbewerbsverfahren baut auf diesen Erkenntnissen auf. Fakt ist: Die bauliche Situation des Littmannbaus von 1911 ist katastrophal. Die Substanz wurde über Jahrzehnte vernachlässigt, die Sanierung ist, so die allgemeine Erkenntnis, bei laufendem Betrieb nicht mehr möglich. Sprich: Der Bau muss saniert werden und es braucht eine Interimsspielstätte. Verzicht auf beide Notwendigkeiten ist für eine Landeshauptstadt jedenfalls keine Option.
Und: Gerade jetzt sei ein Planungsstopp schwer nachvollziehbar, argumentieren die Architekten. Hoch qualifizierte Architekturbüros arbeiten an möglichst wirtschaftlichen Lösungen. Inzwischen läuft die dritte Überarbeitungsphase. Bis Anfang Dezember sollen konkrete Vorschläge dahingehend vorliegen, was saniert, erneuert oder eingespart werden kann. „Viel mehr Expertise geht nicht“, heißt es in der Stellungnahme. AKBW und BDA verweisen zudem auf Reformvorschläge des Hamburger Kultursenators Carsten Brosda. Bei der Sanierung denkmalgeschützter Theater müsse etwa pragmatischer mit Bau-, Sicherheits- und Brandschutzvorschriften umgegangen werden.
Theaterbauten erfordern pragmatische Lösungen
Eine starre Anpassung an sämtliche heutigen Standards könne die Kosten unverhältnismäßig erhöhen, so die Erkenntnis. Jede neue Grundsatzrunde kostet Zeit – und angesichts steigender Baupreise voraussichtlich auch Geld. Die Botschaft von AKBW und BDA ist entsprechend eindeutig: Wer das vielfach ausgezeichnete Dreispartenhaus in Stuttgart in die Zukunft führen will, sollte die vorliegenden Lösungen prüfen, die demnächst auf dem Tisch liegen, statt die Planung wieder auf Anfang zu setzen.