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Strukturwandel

Studie: 726.000 Jobs im Autosektor in Gefahr

Wenn sich an den Rahmenbedingungen für die Autoindustrie nichts ändert, wird es in den nächsten Jahren tiefe Einbrüche bei Wertschöpfung und Beschäftigung geben. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation haben Gegenmaßnahmen vorgeschlagen, um den Strukturwandel abzufedern.
Person mit Rucksack geht auf Brücke, Gebäude mit Mercedes-Stern im Hintergrund.

Mercedes-Stern, Bürogebäude am Unternehmenssitz der Mercedes-Benz Group AG in Untertürkheim. Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland

dpa/ imageBROKER/Arnulf Hettrich)

Stuttgart. In der europäischen Autoindustrie könnten bis 2040 rund 45 Prozent aller Arbeitsplätze wegfallen, das wären 726 000 Stellen. Das hat das Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in einer Studie berechnet, die von Südwestmetall, Gesamtmetall und bayerischen Arbeitgeberverbänden in Auftrag gegeben worden war.

Wertschöpfung in der deutschen Autobranche sinkt um 63 Prozent

Parallel zum Jobabbau wird auch die Wertschöpfung in der Autoindustrie den Berechnungen zufolge in den kommenden Jahren drastisch sinken. Europaweit rechnen die Fraunhofer-Forscher mit rund 95 Milliarden Euro weniger. 2025 lag die Wertschöpfung noch bei 250 Milliarden Euro. Noch drastischer fällt der Produktionsrückgang in Deutschland mit minus 64 Prozent aus.

Die Fraunhofer-Forscher haben ihre Berechnungen auf die derzeit gültigen Vorgaben der EU für die Fahrzeugflotten der Hersteller bezogen. Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Reduzierung des CO₂-Ziels auf 90 Prozent mit Kompensation der restlichen zehn Prozent durch grünen Stahl oder erneuerbare Kraftstoffe bremse den Arbeitsplatz- und Wertschöpfungsverlust nicht. Denn der Anteil noch zulassungsfähiger Verbrenner sei viel zu klein, um eine Produktion an den bisherigen Standorten aufrechtzuerhalten.

Südwestmetall-Chef fordert mehr Zeit zum Wandel

Oliver Barta, Hauptgeschäftsführer von Südwestmetall, fordert, einen sanfteren Technologiewechsel in der Autoindustrie, wie in auch die Studienautoren vorschlagen. „Die gewonnene Zeit können wir nutzen, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die Zukunftsinnovationen und -investitionen in Deutschland erlauben, mit denen die Verluste durch das Verbrenner-Aus kompensiert werden“, so Barta.

Die vollständige Studie gibt es hier

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