Wohnnebenkosten: Pforzheim belastet seine Bürger am meisten

Das Wohnen in Deutschland wird immer teurer. Dafür sind aber nicht nur steigende Mieten und Kaufpreise für Grundstücke und Baukosten verantwortlich. Auch der Staat dreht an der Preisschraube. Etwa über Steuern und Abgaben, die jährlich für Mieter und Eigentümer anfallen. Dabei gibt es bei den Wohn-Nebenkosten einer Studie zufolge regional große Unterschiede.

dpa// SULUPRESS.DE | Torsten Sukrow/SULUPRESS.DE)

STUTTGART. Eine durchschnittliche vierköpfige Familie zahlt für die drei bedeutendsten Abgaben – Abfall, Abwasser und Grundsteuer – in Heidelberg knapp über tausend Euro. In Pforzheim dagegen muss die Musterfamilie mit ganzen 400 Euro mehr rechnen. Das ist ein Ergebnis des neuen Nebenkostenrankings, das die IW Consult im Auftrag des Eigentümerverbands Haus & Grund Deutschland erstellt hat.

Bundesweit ist der Unterschied zwischen der teuersten und günstigsten Stadt beträchtlich. Er beträgt über 1100 Euro. Bei einer durchschnittlichen Belastung von rund 1.300 Euro ist diese Diskrepanz enorm“, erläuterte Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke.

Haus & Grund forderte die Städte heute auf, gemeinsam nach Lösungen für eine gute Versorgung mit öffentlichen Dienstleistungen zu akzeptablen Preisen zu suchen. „Die uns jedes Jahr von den teuren Kommunen präsentierten Ausreden sind sehr variabel und ideenreich, helfen aber niemandem weiter. „Von den Besten lernen“ lautet der Auftrag, den die Kommunen aus diesem Ranking ableiten sollten“, forderte Warnecke.

Über 600 Euro mehr bei den Wohnnebenkosten in Tübingen

Auch der Bund der Steuerzahler hatte jüngst eine Untersuchung vorgelegt, in der 15 Städte in Baden-Württemberg hinsichtlich der Wohnnebenkosten verglichen wurden. Dabei reichte die Spanne bei den Wohnnebenkosten von 1500 Euro in Aalen bis zu 2143 in Tübingen. Die Universitätsstadt ist mit einem Betrag von 871 Euro Spitzenreiter bei der Grundsteuer. Gefolgt von Stuttgart mit 670 Euro. Dagegen zahlt ein Drei-Personen Haushalt mit 430 Euro in Stuttgart für Trinkwasser landesweit am meisten.

Bund der Steuerzahler appelleiert an die Städte, das ohnehin teure Wohnen in Baden-Württemberg nicht noch weiter zu verteuern und ihre Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen. Insbesondere durch die Reform der Grundsteuer, die die einen Großteil der Wohnnebenosten ausmacht, drohen aber weitere Belastungen am Wohnungsmarkt.

Den Bericht der IW Consult „Nebenkosten der 100 größten deutschen Städte im Vergleich“ finden Sie unter: https://www.hausundgrund.de/sites/default/files/downloads/nebenkostenranking-2021.pdf

Wolfgang Leja

Redakteur Wirtschaft und Vergabe

0711 66601-131

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