Themen des Artikels
Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen
Land steckt mehr als 300 Millionen Euro in den Hochschulbau

Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) soll ein neues Höchstleistungsrechenzentrum gebaut werden. Möglich machen das Gelder aus dem Sondervermögen.
picture alliance/Schoening)Stuttgart. In der Landespressekonferenz ist es am Dienstagvormittag thematisch wild durcheinander gegangen: Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) muss Stellung nehmen zum neuerlichen Stellenabbau bei Porsche , zur Kritik der Musikerin Nina Chuba an ihrem Stuttgarter Publikum, zum Anruf von US-Präsident Donald Trump bei der FIFA. „Dagegen klingt das, was jetzt kommt, vielleicht ein bisschen spröde“, sagt Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne), die ebenfalls auf dem Podium sitzt, als der zweite Programmpunkt ansteht. Dabei geht es dort um viel Geld, und es geht um die „Stärkung des Standorts Baden-Württemberg im internationalen Wettbewerb“, wie es die Ministerin formuliert.
315 Millionen Euro stellt das Land aus dem Infrastruktur-Sondervermögen zur Verfügung, um in die baden-württembergischen Hochschulen zu investieren. Im Rahmen der Schnellbau-Initiative sollen Gebäude saniert und neu gebaut werden – und das bereits in den kommenden vier Jahren. „Durch die Bundesmittel aus dem Sondervermögen bekommen wir die Möglichkeit, einige bereits geplante Projekte richtig vorwärtszubringen“, sagt Olschowski. „Das hätten wir ohne diese zusätzlichen Mittel nicht machen können.“
Hohe Summen für die Universitätskliniken
Im Fokus stehen unter anderem die Universitätskliniken. Jeweils 29 Millionen Euro erhalten die medizinischen Fakultäten in Heidelberg, Freiburg, Mannheim, Ulm und Tübingen, hauptsächlich für Sanierungen von Bestandsgebäuden. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bekommt 24 Millionen Euro, um ein neues Höchstleistungsrechenzentrum zu bauen, für mehrere Hochschulen wie die Universität Stuttgart oder die Hochschule Esslingen gibt es zweistellige Millionenbeträge, um die Bestandsgebäude energetisch auf Vordermann zu bringen.
Bis 2030 müssen die Vorhaben beginnen
„Aber Geld ist das eine“, sagt die Ministerin. „Wir brauchen auch Tempo. Schneller bauen heißt günstiger bauen.“ Von 2026 bis 2029 stehen die Gelder zur Verfügung, bis 2030 müssen die Bauvorhaben mindestens begonnen haben. Beschleunigung erhofft sich das Ministerium zum Beispiel dadurch, dass etwa an den Unikliniken und dem KIT die Bauherrschaft auf die Einrichtungen übertragen wird.
Außerdem will Olschowski auf serielles Bauen setzen, etwa bei Seminargebäuden: „Wir können in Freiburg das gleiche Gebäude bauen wie in Tübingen oder Heidelberg, wenn es vergleichbar genutzt wird. So bleibt mehr Energie für Spitzenforschungseinrichtungen, die andere Anforderungen stellen.“