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Hoffmeister-Kraut will Start-ups mit Risikokapital stärken

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut setzt mit BW-Capital auf mehr Wagniskapital für Start-ups und wachstumsstarke Unternehmen. Die neue Risikokapitalgesellschaft des Landes hat ihr erstes Investment bereits freigegeben.
dpa/Bernd Weißbrod)Stuttgart . In Baden‑Württemberg mangelt es nicht an Ideen, Talenten und Forschung. Doch Start-ups scheitern häufig nicht an ihren Ideen, sondern an der fehlenden Finanzierung. Es fehlt vor allem an Wagniskapital. Zwar wirkt der deutsche Venture‑Capital‑Markt auf den ersten Blick stark, tatsächlich fließt ein Großteil des Geldes jedoch in wenige „Leuchtturm‑Start-ups“. Die angespannte Lage der Südwest‑Industrie dämpft die Investitionsbereitschaft zusätzlich – auch bei Risikokapitalgebern.
Aufsichtsrat gibt erstes Investment frei
Das Land will gegensteuern. Der Aufsichtsrat der neuen Risikokapitalgesellschaft hat am Montag zum ersten Mal getagt. BW-Capital soll Start-ups und wachstumsstarke Unternehmen in Zukunftsbranchen mit wichtigem Kapital unterstützen. Das erste Investment hat der Aufsichtsrat bereits freigegeben.
„Mit BW-Capital schlagen wir ein neues Kapitel in der Risikokapitalförderung des Landes auf“, sagt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), die dem frisch gegründeten Aufsichtsrat vorsitzt. Gerade innovative Start-ups und wachstumsstarke Unternehmen bräuchten in entscheidenden Entwicklungsphasen verlässlichen Zugang zu Wagniskapital. Mit BW-Capital will man auch privates Kapital mobilisieren, um Zukunftsinvestitionen in Baden-Württemberg zu stärken. Ziel ist es, eine Hebelwirkung öffentlicher Mittel zu erzielen. BW‑Capital soll nicht allein investieren, sondern privates Kapital „crowden‑in“. Landes‑VC‑Gesellschaften erreichen typischerweise einen Faktor von zwei bis vier: Aus 50 Millionen Euro Staatshilfe könnten so 100 bis 200 Millionen Euro an Gesamtinvestitionen entstehen. „Unser Ziel ist es, Innovationen schneller in erfolgreiche Unternehmen und neue Wertschöpfung für unser Land zu überführen“, so Hoffmeister‑Kraut.
Finanzminister Bayaz: Mit dem Kapitalzugang steht und fällt eine Gründung
Auch Aufsichtsrats‑Stellvertreter und Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) betont die Bedeutung des Kapitalzugangs für junge Unternehmen und Start-Ups. „Damit steht und fällt eine Gründung“, sagt er. „Letztlich geht es auch darum, dass neue und erfolgreiche Unternehmen entstehen. Das ist entscheidend für unseren wirtschaftlichen Erfolg.“
Die L-Bank soll die operativen Geschäfte von BW-Capital führen. Die Förderbank des Landes besitzt bereits Erfahrung im Risiko- und Beteiligungsgeschäft. BW‑Capital startet mit rund 50 Millionen Euro Kapital – einer Ausschüttung der L‑Bank an das Land aus dem Frühjahr 2026. Die L‑Bank soll nun im Gegenzug ihre eigenen VC‑Aktivitäten schrittweise zurückfahren und weitere Mittel an das Land ausschütten – denn mit ihren Risikokapitalaktivitäten stößt sie an bankaufsichtliche Grenzen. Zum übernommenen Portfolio gehören derzeit elf Beteiligungen in Venture‑Capital‑ und Private‑Equity‑Fonds sowie zwei Direktinvestitionen in Unternehmen.
BW‑Capital investiert in LEA‑Plattform
Als erstes Investment hat BW‑Capital die Beteiligung an der LEA‑Plattform beschlossen – einem aus Karlsruhe gesteuerten, auf Software und KI‑Transformation spezialisierten Private‑Equity‑Fondsmanager. Mit dem Investment sollen mittelständischen Unternehmen bei der durch Künstliche Intelligenz getriebenen Transformation unterstützt werden.
Mit wachsender Kapitalstärke soll BW‑Capital künftig gezielt strategische Zukunftsfelder fördern – etwa in den Bereichen Defence/Dual Use, Life Sciences, Künstliche Intelligenz, Mikroelektronik und Digitalisierung, sowie sich an Ansiedlungen technologieorientierter Unternehmen beteiligen.