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Im Ruhestand

Kretschmann kämpft mit seinem Tablet: „Dann bin ich hilflos“

Winfried Kretschmann berichtet von seinem Alltag nach dem Amt. Der Politikbetrieb nervt ihn nicht mehr - aber dafür andere Dinge.
Älterer Mann mit Brille und Anzug, lächelt leicht.

Winfried Kretschmann (Grüne) muss sich nach seinem Abschied als Ministerpräsident erst einmal im neuen Alltag zurechtfinden.

IMAGO/Arnulf Hettrich)

Stuttgart. Stress mit dem Tablet statt mit dem Koalitionspartner: Baden-Württembergs früherer Ministerpräsident Winfried Kretschmann kämpft nach seinem Abschied aus dem Amt nach eigenen Worten mit Technikproblemen. „Das größte Problem im Moment ist das IT-Zeugs – Tablet und so“, sagte der Grünen-Politiker in einem langen Interview der Tageszeitung „taz“.

Schon ein versehentlich geöffnetes Fenster mache ihn gelegentlich ratlos: „Wenn du irgendwo draufkommst, taucht ein Fenster auf, das krieg‘ ich nicht weg und dann bin ich hilflos.“

Im Regierungsalltag konnte sich Kretschmann bei technischen Schwierigkeiten nach eigenen Worten stets auf Unterstützung verlassen. „Vorher war immer jemand da, der wusste, wie es geht.“ Mit den Geräten komme er zurecht, solange alles wie gewohnt laufe. „Ich kann nur damit umgehen, wenn die Dinge so funktionieren, wie sie es immer tun. Sonst wird es echt stressig.“ Er fügte hinzu: „Aber wenn jetzt schon die IT-Tech-Giganten vor der eigenen Technologie warnen, ist das natürlich auch bezeichnend.“

Kretschmann hockt beim Gartenfest nun bei den Leuten

Auf die Frage, ob er ohne die Last des Amtes inzwischen ein recht sorgenarmes Leben führe, antwortete der frühere Regierungschef zurückhaltend: „Na ja, man muss sich erst mal zurechtfinden.“ Aber außer dem „IT-Zeug“ lerne er schnell, den neuen Alltag zu verstehen. „Ich sitze halt jetzt auf dem Laizer Gartenfest bei den Leuten und nicht mehr am Honoratioren-Tisch“, erzählt er. „Und ich merke, es ist ein Unterschied, ob man an diesem Tisch ein Thema intensiv bespricht oder ob man drei Stunden Alltagsgespräche führt.“

Kretschmann hatte Baden-Württemberg von 2011 bis 2026 regiert. Zunächst führte er eine Koalition aus Grünen und SPD, seit 2016 regierte er mit der CDU. Am 13. Mai übernahm sein Parteifreund Cem Özdemir das Amt. Auch die neue Landesregierung besteht aus Grünen und CDU. (dpa/lsw)

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