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Bildung

Tausende angehende Lehrer im Sommer ohne Gehalt

Jedes Jahr endet für tausende Referendare in Baden-Württemberg der Dienstvertrag zu den Sommerferien. Das Land prüft eine Weiterbezahlung, sie würde 11,5 Millionen Euro kosten. Gleichzeitig bleiben Studienplätze für das Lehramt unbesetzt.
Person schreibt mit orangem Stift an Tisch, zweite Person unscharf im Hintergrund mit Papier.

Die grün-schwarze Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die „Bezahlung angehender Lehrkräfte in den Sommerferien“ zu prüfen.

IMAGO/serienlicht)

Stuttgart. Eine Weiterbeschäftigung von Lehramtsanwärtern über die Sommerferien würde das Land Baden-Württemberg pro Jahr 11,5 Millionen Euro kosten. In den vergangenen fünf Jahren seien jährlich zwischen 3400 und 3900 angehende Lehrer davon betroffen gewesen, dass ihr Dienstverhältnis zu den großen Ferien endete, schreibt das Kultusministerium in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf einen Antrag der SPD-Landtagsfraktion.

Das Ministerium weist darauf hin, dass diese Zahlen nicht zwangsläufig die Zahl der arbeitslos gewordenen Personen widerspiegeln. Einige Absolventen könnten sich erfolgreich in anderen Bundesländern beworben haben. Genaue Daten darüber lägen nicht vor.

Prüfung steht im Koalitionsvertrag

Die grün-schwarze Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die „Bezahlung angehender Lehrkräfte in den Sommerferien“ zu prüfen. Laut Kultusministerium wurde diese Prüfung bereits angestoßen. Ergebnisse gebe es aber noch nicht.

Gleichzeitig ist die Zahl der befristet beschäftigten Lehrer, deren Vertrag vor den großen Ferien ausläuft, deutlich zurückgegangen. Endete im Schuljahr 2021/2022 noch bei 4478 Lehrkräften der Vertrag vor der Sommerpause, waren es im aktuellen Schuljahr 2025/2026 nur noch 858.

Viele Studienplätze bleiben frei

Ein Problem bleibt der Mangel an Lehramtsstudenten. Viele Studienplätze können nicht besetzt werden, vor allem für Grundschule, Sonderpädagogik und die Sekundarstufe I, wie das Ministerium schreibt. Die Nachfrage für die Sekundarstufe I sei so stark gesunken, dass die Zulassungsbeschränkungen zum Wintersemester 2025/2026 aufgehoben worden seien.

Das Ministerium erhebt keine genauen Daten darüber, wie viele Referendare ihre Ausbildung abbrechen. Aus Statistiken leitet es jedoch ab, dass der Anteil der Abbrecher unter zehn Prozent liegt. (epd)

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