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Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald

Zum Abschied wird Kretschmann noch eine Weißtanne gewidmet

Gemeinsam mit Umweltministerin Thekla Walker besuchte Ministerpräsident Winfried Kretschmann das Erweiterungsgebiet des Nationalparks. Eine am entlegenen Schurmsee stehende große Weißtanne wurde ihm gewidmet. Denn der Nationalpark lag Kretschmann während seiner Amtszeit besonders am Herzen. 
Eine Person in grüner Jacke steht neben einem großen Baum im Wald.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann neben dem Stamm der Weißtanne im Nationalpark, die ihm gewidmet wurde.

Stefanie Schlüter)

Baiersbronn. Nach Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wurde nicht allein ein im Nationalpark entdecktes Bärtierchen benannt, das Ramazzottius kretschmanni. Bei seinem Besuch im Erweiterungsgebiet des Nationalparks wurde ihm in dieser Woche auch noch eine 250 bis 300 Jahre alte Weißtanne am Schurmsee gewidmet. Eine nicht weit entfernt stehende alte Säulenfichte ähnlichen Alters wurde Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) gewidmet. 

Gerade die Weißtanne ist typisch für den Nationalpark. Wie Charly Ebel, Chef des Besucherzentrums, erläutert ist der Nationalpark im Schwarzwald das Schutzgebiet in Deutschland mit dem höchsten Weißtanneanteil. Er liegt bei über 20 Prozent. Und ein besonders markantes Exemplar steht nun dicht am Wegrand am Schurmsee. Im Bayrischen Wald wurde eine solche Tanne mal genauer untersucht. Man fand auf ihr allein über 260 Insektenarten und einschließlich Pilzen und anderen Tieren mehr als 2000 verschiedene Individuen. 

Karsee ist ein Juwel im Erweiterungsgebiet

Ministerpräsident Kretschmann und Umweltministerin Thekla Walker am Schurmsee.
Staatsministerium/Ilkay Karakurt)

Der Karsee im Erweiterungsgebiet des Nationalparks, geformt von eiszeitlichen Gletschern, ist für Ebel das Juwel im Erweiterungsgebiet. Bereits in den 1990-er-Jahren gab es einen ersten Anlauf für einen Nationalpark im Nordschwarzwald. Ebel hält eine Karte mit dem damals geplanten Gebiet hoch. Der Schurmsee mit seinem Schwingrasen und rund zehn verschiedenen Torfmoosen, fleischfessendem Sonnentau und Wollgras hat eine ganz eigene Atmosphäre. Wer die Stille auf sich wirken lässt, hört nur Regentropfen und Vogelgezwitscher, zwischendrin ein Specht. Und noch eine Besonderheit findet man hier: Das Moos ist voll mit Cannabis-Pollen. Der Grund: im 19. jahrhundert wurde im Bereich zwischen Bühl und Achern sehr viel Hanf angebaut. Damals wurde dieses aber nicht geraucht, sondern für Seile und Stoffe verwendet. Die Sporen wurden bis in die Moore hinein transportiert. 

Kretschmann ist zufrieden mit dem Schutzgebiet

Hier im Totholz wächst die Zitronengelbe Tramete, ein Pilz.
Schlüter)

Ein Stück weiter kommt ein Stück Wildnis, wie man es in einem Nationalpark erwartet: Abgestorbene, liegende Bäume und Baumstümpfe mit Pilzen – auch der Zitronengelben Tramete – daneben alte und auch nachwachsende junge Bäume. Fünf bis zehn Brutpaare des seltenen Dreizehenspechts leben inzwischen im 11500 Hektar großen Nationalpark. Das ist die Hälfte der gesamten Population im Schwarzwald, wie Ebel erklärt. Sie brauchen natürliche Wälder wie im Nationalpark oder in einem Bannwald. 

Gerade Kretschmann hat sich sehr für den Nationalpark und auch für dessen Erweiterung eingesetzt. Denn 2014 bestand der Park noch aus zwei Teilgebieten. Dazwischen lag Privatwald. Heute zeigt er sich zufrieden mit dem Ergebnis. Seine Hoffnung: Dass der Nationalpark dauerhaft erhalten bleibt und auch künftige Generationen ihn wertschätzen. “Selbst wenn ich sonst nichts anderes hinbekommen hätte, was nicht der Fall ist, hätte es sich schon deshalb gelohnt“, sagt Kretschmann mit Blick auf den Nationalpark und die nun erfolgte Erweiterung. Der Park wurde in seiner ersten Amtzeit eingerichtet. Die Erweiterung erfolgte zum Ende seiner dritten Amtszeit. 

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